Donnerstag 30 März 2017
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Aulonocara stuartgranti "chiloelo"

Verzeichnis zu den Cichliden des Malawisee

 

Lebensraum

Die hier beschriebene Standort-Variante (Population) des Aulonocara stuartgranti ist im Grenzgebiet zwischen Felsen und Sand, bei Chiloelo an der Südostküste des Malawi-Sees beheimatet.Das Chiloelo-Biotop wird vorwiegend durch viele grosse Sandsteinblöcke charakterisiert, welche teilweise ineinander verschachtelt auf dem Seegrund liegen.Oftmals sind so Tunnel, also unterschwimmbare und hinterschwimmbare Elemente entstanden.

Wassertiefe des Chiloelo-Habitats

Das Habitat des A. stuartgranti „chiloelo“ liegt in einer Wassertiefe zwischen 5 und 15 Meter, wobei aber auch immer wieder Tiere dieser Standort-Variante bin in 25 Meter Tiefe beobachtet werden können.

Ernährung

A. stuartgranti „chiloelo“ gehört zu den carnivoren Cichliden. Über die Aulonocara-typischen Sinnesgruben (vorwiegend auf der Kopfunterseite), ortet der „Chiloelo“ Wirbellose und Krebstierchen im Sediment, welche dann durch einen zielgenauen Stoss in den Sand erbeutet werden.

INFO:

Die Sinnesgruben der Aulonocaras gehören zum gattungstypischen erweiterten Seitenlinien-System und sind als Sinnesorgan vergleichbar mit dem menschlichen Gehör.

Besonderheiten

Sämtliche Aulonocara-Arten sind in 4 Gruppen (Komplexe) unterteilt:

1. Sandbewohnende Gruppe
2. Chitande Gruppe
3. Jacobfreibergi Gruppe
4. Stuartgranti Gruppe

A. stuartgranti „chiloelo“ gehört in die Stuartgranti-Gruppe. Die adulten Männchen tragen ein orangerotes Band auf der Schulter, das innerhalb der Population in der Breite variieren kann. Je nach Stimmung sind bei dieser Stuartgranti-Variante neun sehr regelmäßig verlaufende, schmale Querstreifen zu erkennen.Bezüglich der Namen die durch die Wissenschaft ab und zu durch neu Anpassung verändert wird werden wir hier diese Version bei beibehalten und bei Bedarf anpassen.

INFO:


Immer wieder kommt es zu Verwechslungen mit Aulonocara stuartgranti „chitimba“ (maulana), dessen Schulterband aber eher in feinerem Grün-Gelb gehalten ist.

Die Stuartgranti-Gruppe orientiert sich an kleinen Höhlen, welche sich meist auf dem Niveau des Sandbodens befinden.Sie besetzt diese Nische entlang der gesamten Nordwestküste und an der Ostküste zwischen der Mündung des Ruhuhu Rivers und dem Makanjila Point.

Zum Namen:

Da die Wissenschaft die Zuordnung einzelner Arten oder Gattungen namentlich ändert, bleiben wir hier vorerst bei diesem gängigem Namen und werden dies bei Bedarf ändern.

Im Laufe der Evolution haben sich in Bezug auf die männliche Brutfärbung stark abweichende Standortvariationen entwickelt.Diese Brutfärbungen reichen von leuchtendem blau, über verschiedene Zwischenfarben bis zu intensivem gelb.

Wichtig:

Die Art ist von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) als nicht gefährdet eingestuft worden. Allerdings orientiert sich die IUCN lediglich an der Art A. stuartgranti und geht nicht auf die einzelnen Standort-Variationen ein.

Verhalten

Weibchen und juvenile Männchen bilden meist kleine Schulen und ziehen auf ihrer Suche nach Nahrung durch die Übergangszone. Sie stehen oft bewegungslos einige Zentimeter über dem Sediment ihres Biotopes und „horchen“ nach Beute.

Werden diese Aulonocaras bei Ihrer Nahrungssuche gestört oder aufgeschreckt, suchen sie sofort zwischen oder unter den Felsen, in Höhlen und Spalten, Schutz..Geschlechtsreife Männchen verteidigen kleine Höhlen (oder Tunnels unter den Sandsteinplatten) als ihre Reviere, wo sie kleine Nester auf dem Sandboden bauen.

Grosse Höhlen werden oftmals von mehreren Männchen geteilt, was zu keinerlei Problemen führt.Gelegentlich können auch Tiere beobachtet werden, welche selber Höhlen in den Sand unter Felsen graben. Böcke in Brutfarbe sind das ganze Jahr über anzutreffen und sind dementsprechend immer territorial.Paarungswillige Weibchen werden in die Höhlen gelockt, wo dann direkt über dem sandigen Untergrund abgelaicht wird.

Maulbrütende Weibchen sondern sich etwas ab und suchen vorzugsweise in einer der vielen Spalten oder Tunnels Schutz.Nach rund 3 Wochen entlassen sie dort dann auch die fertig entwickelten Larven in die Freiheit.

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Populationen

Aulonocara stuartgranti „chiloelo“ ist eine der vielen Standort-Populationen des Aulonocara stuartgranti.

>> Chiloelo

 

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium ist die Nachbildung/Gestaltung einer Fels-Sand-Übergangszone mit vielen Sandflächen empfehlenswert, welche den natürlichen Umständen entsprechend, durch viele ineinander verschachtelte Steinplatten (Sandstein) charakterisiert wird.Durch die Verschachtelung entstehen automatisch viele Spalten und kleine Höhlen.

Ebenfalls sollte bei der Anordnung der Steinplatten darauf geachtet werden, dass das Becken in mehrere „nicht gegenseitig einsehbare“ Zonen unterteilt wird.

Die Art kann in Becken ab mindestens 400 Liter gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 120 Zentimetern sichergestellt ist.Sie gilt als friedliebend und zeigt auch innerartlich nur wenige Aggressionen.

Es ist empfehlenswert, Aulonocara stuartgranti „chiloelo“, den natürlichen Gegebenheiten entsprechend, in Gruppen (z.Bsp. 3m/7w) zu pflegen. Eine Haltung im Harem (z.Bsp. 1m/2w) ist auch machbar.

Vergesellschaftung

Aulonocara stuartgranti „chiloelo“ ist ein ruhiger und eher durchsetzungsschwacher Cichlide, welcher nicht mit zu aggressiven Arten vergesellschaftet werden sollte.Optimal wäre die Vergesellschaftung mit Arten aus der Übergangszone.
 

Wichtig:

Eine Vergesellschaftung mit anderen Aulonocara-Arten birgt ein grosses Risiko der Hybridisierung – das heisst, die Tiere kreuzen sich unter einander. Solche Jungfische dürfen aufgrund des Artenschutzes und der Arterhaltung niemals in den Handel gelangen! Sollen Aulonocaras aber miteinander vergesellschaftet werden, empfiehlt es sich, Arten aus den verschiedenen Gruppen (z.Bsp. einen Chitande-Type und einen Stuartgranti) zu wählen. Gruppen-übergreifende Verpaarungen sind weitest gehend ausgeschlossen.

Beckenbeleuchtung

Da Aulonocara stuartgranti „chiloelo“ in fast allen Tiefen bis 25 Meter vorkommt ist die Definition der Aquarien-Beleuchtung anhand dieser Art eher zweitrangig. Es ist deshalb empfehlenswert, sich beleuchtungstechnisch anhand der anderen vergesellschafteten Arten zu orientieren.

In den Wasserschichten mit der grössten Populations-Dichte, also zwischen 5 und 15 Meter, werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB noch stark reflektiert. ORANGE befindet sich bei knapp über 10 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase und ROT wird bereits total absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau- und Gelb-, sowie etwas abgeschwächten Orange-Anteilen.

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Autor:Florian Bandhauer/Silvan Hörnlimann

Bilder:Silvan Hörnlimann

 

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