Samstag 1 Oktober 2022
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Das Malawi-Becken ist kein Wunschtraum 

 

Das Einrichten eines naturnah und schön dekorierten Beckens mit einer Gruppe Malawis muss kein Wunschtraum bleiben.Es ist viel leichter als man denkt, ein solches Aquarium einzurichten und zu betreiben.Vor allem, wenn man einiges beachtet!

Buntbarsche aus dem Malawisee brauchen ihr eigenes Revier, manche nur zur Paarungszeit, andere wiederum dauerhaft.

Weil sie unter sich die einzig dominante Spezies darstellen, brauchen Malawis ihr eigenes Aquarium.Zu bedenken ist der große Platzbedarf, den diese Fische brauchen, denn sie leben im Normalfall in einem unendlich großen Biotop.Ob Nachzucht oder nicht, dies ist wichtig bei der Auswahl des Beckens!

Bei der Platzwahl des Beckens gibt es ein paar kleine Tricks worauf man achten sollte: Wichtig ist die Vermeidung von Plätzen, auf die direktes Licht ins Becken fällt.Auch das Gewicht ist oft ein heikles Thema.

Hierbei ist zu sagen, dass es in der Praxis selbst bei einer Tonne Gewicht, die sich dann ja nur auf eineinhalb Quadratmetern verteilt, kein Problem darstellen sollte.Lediglich in Altbauten mit schwacher Bodenkonstuktion wäre über eine statische Überprüfung nachzudenken.

Die richtige Planung ist der Start ins Malawi-Habitat! Und los gehts...

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Größe des Beckens:

Die Natur können wir nur nachahmen und keineswegs ersetzen, aber dies sollte man dann auch wirklich so gut es geht versuchen.

Der wichtigste Schritt dahin ist die Wahl eines großen Beckens. Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit, sich ein 250 cm Aquarium in die Wohnung zu stellen, aber mir gehts hierbei auch um den Faktor Größe an sich!

Je größer je besser, für die Haltung dieser Buntbarsche!

Meiner Meinung nach, und auch egal, was oftmals geschrieben steht, ist ein Minimum von 300 Litern Wassermenge ein guter Anfang, alles andere ist nach meinem Empfinden nur halbherzig gedacht.

Malawis um jeden Preis?

Ganz ehrlich: Dann lieber keine! Allerdings sind 300-Liter-Becken schon die kleinsten, der Spaßfaktor an einer erfolgreichen Haltung beginnt eben erst ab hier und ist nach oben natürlich grenzenlos. Bei größeren Becken sollte das Augenmerk darauf gerichtet werden, als Standard 60 cm Tiefe anzupeilen und ebenfalls in der Höhe. Der Aufwand wird sich aber auf jeden Fall erheblich lohnen. Je größer ein Becken ist, und dementsprechend auch die Höhe, desto besser ist es. Und man kann dekorieren bis der Arzt kommt, der Fanatsie ist dann fast keine Grenze gesetzt. Je großzügiger, desto perfekter das Zuhause der Buntbarsche.

Malawi-Buntabrsche lieben Verstecke, nicht nur die Mbunas (Felsenbuntbarsche), sondern auch die sogenannten Nonmbunas. Auch die Jäger gehen gern mal in Deckung, dies bedeutet, sie suchen Schutz zwischen Steinen, und genau diese Steine je nach Beckenart benötigen eben Platz. Also allein von dem Ambiente her, das wir suggerieren wollen, sollte das Becken geräumig sein, um eben den Buntbarschen diesen Lebensraum zu bieten. Und keine Angst vor der Pflege: Es ist erwiesen, dass sich ein Becken, je größer es ist, auch umso leichter pflegen lässt.

Steine und Wurzeln:
Damit sich die Malawis im Aquarium wohl fühlen und ihren Instinkten freien Lauf lassen können, sind räumliche Abgrenzungen in Form von Sichtschutz absolut notwendig und sollten im Vorfeld genaustens überlegt werden.

Geeignet sind unter anderem Steine, Pflanzen oder sonstige Dekorations-Elemente. Versucht Euch auf die Größe eines Buntbarsches zurückzunehmen und diesen Lebensraum aus derer Sicht zu sehen. Nur ein Tipp, um andere Perspektiven zu eröffnen. Bedenkt: Selbst die kleinsten Buntbarsche aus dem Malawisee erreichen im Becken oftmals 10 cm...... andere Arten eben auch mehr! Bei den revierbildenden Arten spricht man über ein Verteidigungsfeld von 30-40 Zentimetern, je nach Art. Dieses Feld müssen sie im Augenschein haben, nur dann fühlen sich die Malawis so richtig wohl.

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Für eine schöne Optik, aber auch für den Lebensraum wichtig an sich ist die Verkleidung der Rückseite des Beckens. Wenn gewünscht und machbar, kann man auch die Seitenwände verkeiden. Dies ist aber meiner Meinung nach nicht ganz so wichtig. Warum Verkleidung? Sie ist wichtig, um dunkle Zonen entstehen zu lassen, in die sich Fische zurückziehen können. Ebenfalls sollte man - wenn machbar - Schattenzonen anbieten. Das wird dem Wohlfühlverhalten der Buntbarsche nur dienlich sein.

Gerade Malawis mögen Steine und durch entsprechende Dekoration dieser Materalien kann man wundervoll naturnah und Fischnah diese simulieren. Je nach Art sollte man Steine gegebenenfalls verkleben, oftmals buddeln viele Arten und dadurch könnte der eine oder andere Stein umfallen, im schlimmsten Fall sind dann die hauseigenen Versicherungen gefragt...

Wichtig ist: Ein Malawisee Becken ohne Steine ist kein Malawisee-Becken, fast überall an der Küste des Malawisees sind Steine und Felsen vorhanden, und diese prägen die Unterwasserwelt. Wer das nicht mag, sollte die Finger von Malawis lassen. Und: Echte Wurzeln haben nichts in einem Becken zu suchen.(Ausnahmen sind zum Beispiel:Buchenholz) Diese säuern das Wasser an und verändern die Parameter. Natürlich gibt es im Malawisee Wurzeln, teilweise ganze Baumstämme, aber der See bietet in seiner vollen Größe noch einmal ganz andere biologische Voraussetzungen. Trotzdem kann man Wurzeln in künstlicher Form einbringen und das Becken so weiter natürlich wirken lassen.

Kurze Erklärung zum Gestein: Keinesfalls scharfkantige Materalien wählen, auch wenn etliche Leute sagen "Lavagestein ist kein Problem", "Bei mir hat es immer geklappt " und ähnliches... Dem ist nicht so. Und nur weil billig und schnell, schnell... Dann lieber warten und Nägel mit Köpfen machen! In Jagdeinsätzen können Malawis sehr schnell an Geschwindigkeit drauflegen, und dann bekommt der ein oder andere die Kurve nicht. Gute Materalien in Form von Steinen wären Basalt, Sandstein, oder runde Flusssteine mit einer glatten Oberfläche. Hände weg auch von Lochgestein. Es suggerierte früher das Feeling von etwas "Meerwasser" im Becken, warum auch immer, aber mit dem Malawisee selbst hat dies nichts zu tun.

Bodengrund:
Eine Körnung von bis zu 1,5 mm ist erstrebenswert, viele Arten kauen diesen durch. Auch bei Buntbarschen wurde Sand im Magen gefunden.Von beige bis braun ist alles machbar.

Mehr zum Thema siehe die Kategorie: Bodengründe!

Pflanzen:
Bei den Pflanzen ist es absolut nebensächlich, welche.

In weiten Teilen des Sees gibt es eigentlich gar keine.Daher kann man sein Becken gut und gerne auch ohne gestalten.Wenn aber Pflanzen und naturnah, dann bieten sich Vallisnerien an, da diese in vereinzelten großen Kolonien auch vorkommen.Zwar sind Anubias oder Javafarn auch gut, aber nicht wirklich Malawi-like, wenn man es genau nimmt.

Weder Anubias gibt es im See, wenn sie auch aus Afrika stammen - und Javafarn, nun gut das sagt schon der Name, kommt aus Asien.

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Autor:Florian Bandhauer

Bilder:Florian Bandhauer

   

 

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