Mittwoch 17 Juli 2019
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Filtermaterialien und Filtermedien 

 

Bei Filtermedien wird ebenfalls wie in der Filterung unterschieden, ob diese für die mechanische Filterung oder als Trägermedien/Substrate für Filterbakterien, und somit biochemische Filterung, zum Einsatz kommen sollen. Um eine umfassende Filterung zu erzielen sollten Filtermedien aus beiden Gruppen kombiniert werden.

Darüber hinaus kommen spezielle Filtermedien zum Einsatz, welche für spezifische Wasseraufbereitungen angepasst sind und in die Wasserchemie durch Absorbtion (Einlagern) und Adsorbtion (Anlagern) oder durch Reaktion eingreifen.

Einen Überblick der gängigsten Filtermedien findet ihr hier.

Mechanische Filtermedien

Mechanische Filtermedien sollen grobe Schmutzpartikel und Schwebeteilchen aus dem Wasser filtern.Diese sollten immer als erste Stufe in Filtersysteme eingebracht werden.

Filtermatten und Filterschwämme

Diese bestehen aus Schaumstoffen mit verschiedenen Porengrößen und kommen sowohl in Innen- als auch Außenfiltern zum Einsatz. Sie werden als Platten, Formkörper (Kartuschen, Zylinder, etc.) oder als Schüttware angeboten. Bei HMF-Filtern bilden Filtermatten neben der mechanischen Filtereigenschaften gleichzeitig auch über den zurückgehaltenen Schmutz das Substrat für Filterbakterien

Filterwatte

Filterwatte besteht aus willkürlich liegenden Synthetikfasern und wird als Ballenware angeboten

Filtervlies und Japanmatten

Filtervlies und Japanmatten bestehen aus willkürlich geordneten, filzartigen Matten oder Rollenware aus Synthetikfasern in verschiedenen Dichten und Dicken. Sie ähnelt fixierter Filterwatte.

• Filtertücher / Siebe / Gaze / Netze und Meshes Filtertücher sind Gewirke oder Gestricke aus synthetischen oder metallischen Fasern und werden als Rollenware oder Schlauchware mit verschiedenen Dichten und Dicken angeboten

Filterigel / Biobälle / Lamellenringe

Filterigel und Biobälle sind 3-dimensionale Gebilde aus Kunststoff, welche zum einen grobe Schmutzpartikel zurück halten sollen, als auch Schwebeteilchen durch gezielte Verwirbelung und Strömungsausrichtung zur Sedimentation bringen sollen. Sie werden oft als erste Einheit als Schüttung in Außen- und großen Innenfiltern eingesetzt.

Tonröhrchen / Keramikröhrchen

• Ton- und Keramikröhrchen bilden aufgrund ihrer teilweise porösen Struktur die Brücke von mechanischen und biochemischen Filtermedien. Auch sie sollen durch gezielte Strömungsausrichtung Schwebeteilchen zur Sedimentierung bringen. Dabei bilden sie durch die Porenstruktur im Material erste Substratflächen für Filterbakterien

Trägermaterialien / Substrate für Filterbakterien zur biochemischen Filterung

Die 2. Stufe der Filterung stellt die biochemische Filterung dar. Diese wird durch Verstoffwechselung von Schadstoffe durch Mikroorganismen wie Filterbakterien erzielt. Um diesen wichtigen Mikroorganismen eine möglichst große Besiedelungsfläche zu bieten, kommen hier Materialien zum Einsatz, welche eine poröse Struktur aufweisen. Geeignete Materialien hierfür wären:

Keramik

Ton

Blähton

Sinterglas und Sinterquarz, geschäumtes Glas

Lavastein

Diese Materialien werden verschiedenen Formen wie Röhrchen, Pellets, Kugeln, Bruch oder kleine Pads als Schüttware in die Filter eingebracht. Damit die Filterbakterien optimal arbeiten können, sollte eine möglichst gleichförmige, unturbulente Überströmung des Filtermediums angestrebt werden.

Auch kann durch eine möglichst breite Querschnitsfläche der selbe Durchsatz mit langsamerer Fließgeschwindigkeit erzielt werden, wie es auch bei kleinen Querschnitten mit hoher Schichtdicke der Fall wäre.

Langsame Überströmgeschwindigkeiten bieten zusätzlich den Vorteil, dass Schwebeteilchen nicht mitgerissen werden, sondern sedimentieren können. Auch hat das Wasser eine längere Kontaktzeit zum Filtermedium wodurch die Filterbakterien kontinuierlicher arbeiten können.

Spezielle Filtermedien Je nach Filterleistung und Wasserbelastung können mit oben genannten Filtern und Medien nicht alle Verunreinigungen oder Schadstoffe aus dem Wasser entfernt werden. Im Normalfall werden diese über Wasserwechsel aus dem Aquarium entfernt.

Bei besonderen Fällen kann es jedoch auch erforderlich sein weitere Filtermedien einzusetzen. Dies ist z.B. der Fall, wenn das Leitungswasser schon erhöhte Werte an Schadstoffen haben, Medikamente eingesetzt wurden oder Wasserparameter gezielt an die Bedürfnisse der Fische angepasst werden müssen.

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Hier kommen beispielsweise folgende Medien zum Einsatz

Aktivkohle

Absorbiert (einlagern) und adsorbiert (anlagern) verschiedene Schadstoffe und auch Medikamentenrückstände. Sie sollte maximal 3-5 Tage im Filter belassen werden; eine Regeneration ist oft schwierig und sollte besser durch neue Aktivkohle ersetzt werden. Es gibt sie in verschiedenen Formen, darunter sind Pellets, Granulat, Pulver oder auch Schwämme zu finden.

Zeolith

Zeolith ist ein natürliches Mineral, das eine hohe adsorbierende (anlagernde) Wirkung hat. Es nimmt vorallem Nitrat, Nitrit und Phophat auf und kann durch Auswaschen mit Salzlake regeneriert werden. Diese Regenerierbarkeit sollte berücksichtigt werden, wenn z.B. das Aquarium aufgesalzt werden soll. Beim Aufsalzen darf kein Zeolith im Einsatz sein! Hauptsächlich ist es als Bruch und Pulver im Handel erhältlich

Korallenbruch / Muschelbruch / Carbonat / Hydrogencarbonat

Oben genannte Materialien haben eine leichte absorbierende Wirkung, werden jedoch hauptsächlich zur Aufhärtung von Aquarienwasser eingesetzt. Auch kann damit der pH-Wert leicht angehoben werden. Meist werden feiner Bruch oder gemahlenes Pulver eingesetzt

Torf

Torf wird zur Ansäuerung von Aquarienwasser eingesetzt. Die enthaltenen Huminsäuren wirken ebenfalls als schwaches Desinfektionsmittel und unterdrückt das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Aufgrund der Charakteristik kommt es hauptsächlich in Südamerika- und anderen Schwarzwasser-Aquarien zum Einsatz, wo es als Pellets, Fasermatten oder direkt als Extrakt in den Filter eingebracht wird.

Schwefel

Schwefel wird teilweise chemisch im Aquarienwasser umgesetzt, dient jedoch auch vielen anaeroben Bakterienstämmen als Nährstoff. Sauerstoffarme (anaerobe) Filterprozesse sollten nur in speziellen Filtern mit anschließender Re-Oxidation eingesetzt werden, um die Fische keiner Sauerstoffknappheit auszusetzen

Ionentauscherharze

Ionentauscherharze werden in Kartuschen oder Säulenfiltern zu Gesamtenthärtung und Demineralisierung eingesetzt. Sie bestehen aus Anionen- und Kationentauscherharzen, welche getrennt voneinander oder als Mischbettharz betrieben werden können. Anionen- und Kationentauscherharze können getrennt voneinander mit Natronlauge und Salzsäure regeneriert werden, dies sollte jedoch nur unter großen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden.

Spezifische Harze für Nitrat, Nitrit, Phosphat, Silikat und Kieselsäure

Diese Harze sind ebenfalls Ionentauscherharze, die jedoch nur ihre spezifizierten Ionen selektiv entfernen. Am häuigsten kommen hier Harze Füt Nitrat und Phosphat in der Aquaristik zum Einsatz. Meist sind diese Harze mit Salzlaken (NaCl) regenerierbar und werden teilweise auch als Mischungen angeboten.

Flüssige Filtermedien

Bei flüssigen Filtermedien handelt es sich entweder um eine Suspension von Filterbakterien oder chemisch aktiven Substanzen wie z.B. Komplexbildner, Fällungsreagenzien oder Absorber wie z.B. Zeolith-Suspension.

Substrat fr den Filter

Torfgranulat

Generell sollte bei Filtermedien darauf geachtet werden, das sie keine unerwünschten Bestandteile an das Wasser abgeben oder diese verrotten können. Bei der Reinigung von Filtermedien reicht es i.d.R. aus, wenn diese in einer Wanne mit Aquarienwasser grob ausgespült werden.

Niemals heißes Wasser oder Reinigungsmittel verwenden! Auch ist es ratsam den ersten Schuss Wasser nach der Medienreinigung zu verwerfen und nicht in das Aquarium einfließen zu lassen, da dieser meist mit größeren Mengen an Schwebstoffen durchsetzt ist.

Filtermedien für die Aquaristik sind leider oft relativ teuer.

Oftmals rentiert sich hier aber der Blick in die Teichabteilungen, denn Teichfilter verwenden oftmals dieselben Medien, nur kosten diese aufgrund der größeren erforderlichen Mengen einen Bruchteil und man kann bares Geld sparen.Eine weitere Möglichkeit Geld bei Filtermedien zu sparen ist das selbst Zuschneiden von Filtermatten und –vliesen. Entsprechende Matten gibt es meist in 50x50cm oder 100x100cm.

Fazit:Umschauen und vorausplanen lohnt sich also!

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Autor:Bernd Blender

Bilder:Florian Bandhauer, Michael Gundlach

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