Freitag 28 Februar 2020
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Neolamprologus brevis - Tanganjikasee

Ein Beitrag von Waldemar Fischer zum Thema Tanganjikasee

 

Leere Schalen der im Tanganjikasee lebenden Neothauma-Schnecke bieten auf dem kargen Seeboden oft den einzigen Schutz. Ob einzeln verstreut oder in haldenartigen Ansammlungen finden die Schneckenhäuschen unter den ostracophilen (muschellaichenden) Buntbarscharten des Sees dauerhafte Bewohner.

Neolamprologus brevis (der Gebänderte Schneckenbuntbarsch) ist wie die meisten Cichliden des Sees *endemisch. Sie sind auf sandigen und schlammigen Böden in Tiefen von 6 bis 55 Metern fast im ganzen Seegebiet zu finden, wo diese Art ein eng an sein Häuschen gebundenes Leben führt. Nur selten entfernt sich diese Art weiter als 30 Zentimeter von seinem Heim. Sind in ihrem Umfeld nur einzelne Schalen zu finden, teilen sich Männchen und Weibchen sogar die Zuflucht, laichen darin ab und Pflegen dort ihre Jungen.

Um das zu bewerkstelligen hat sich der Körperbau der Tiere stark an die Raumverhältnisse innerhalb der Gehäuse angepasst. Männchen werden rund sechs Zentimeter groß und haben einen kompakten Körperbau mit tief eingeschnittenem, unterständigem Maul. die Weibchen sind flacher und bleiben mit ca. vier Zentimetern auch wesentlich kleiner als die Männchen, was einen guten Grund hat. In Gefahrensituationen flüchtet das Weibchen als erstes in das Häuschen, durch den schlankeren Körperbau kann es weiter in die sich verengenden Windungen des Gehäuses vordringen und so bleibt ausreichend Platz für das folgende Männchen.


Dieses ungewöhnliche Verhalten führte bei den Ersteinführungen in Deutschland zu einigen Verwirrungen, da nur Männchen unsere Gefilde erreichten. Erst Büscher sorgte für Klarheit, nach dem er den Fang der Tiere am Tanganjikasee beobachtete. Die Fänger schüttelten einfach die N. brevis aus den gesammelten Schneckenhäuschen, aber sobald ein Fisch heraus fiel warfen sie die leergeglaubte Schale, und somit auch das tiefersitzende Weibchen, wieder in den See zurück.

Trotz dieser auffälligen Unterschiede im Körperbau gibt es aber keinen Geschlechtsdimorphismus. Eine eindeutige Bestimmung der Geschlechter ist nur bei adulten Exemplaren möglich. Auffallend ist im Vergleich zum Männchen, vor allem die flachere Stirn und rundere Bauchpartie des Weibchens und natürlich die mit 4,5 Zentimetern geringere Endgröße.

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Die Größe des Tanganjikasees hat die Entstehung einiger Standortvarianten begünstigt, die sich im wesentlichen durch die Intensität der senkrechten Streifen und Vorhandensein eines gelblichen Flecks auf beiden Stirnseiten unterscheiden. Tiere aus Zaire tragen beispielsweise kaum Körper- und Flossenstreifen, in Burundi findet man zwar dieses Merkmal aber keinen Stirnfleck wie bei Tieren aus Tansania. Fast alle Varianten zeigen dagegen einen bläulichen Wangenstrich und einen grünlichen bis schwarzen Augenfleck am oberen Kiemendeckel. Auch im Sozialverhalten sind einige unterschiedliche Ausprägungen zu finden. 

Neolamprologus brevis bewohnt meist paarweise ein Neothauma-Gehäuse. Finden sich aber genügend leere Schneckenhäuser, kommt es durchaus auch vor, dass jedes Tier ein eigenes bezieht. Die Häuser werden wie bei den meisten ostracophilen Cichliden im Bodengrund eingegraben bis lediglich nur noch die Öffnung zu sehen bleibt. Zerrend und schiebend bringen sie ihr neues Häuschen in die gewünschte Lage, in der Regel mit dem Eingang gegen die Wasserströmung. Neben einer stetigen Frischwasserzufuhr sorgt das für ausreichend einströmende Nahrung für die Brut. Ist die Strömung nicht stark genug übernimmt die Mutter diese Aufgabe, in dem sie regelmäßig in die Schale schwimmt und so einen Sog erzeugt, der frisches Wasser und Plankton ansaugt.

Dem Laichakt geht eine kurze Balz voran, der eine Eiablage von 10 - 40 Eiern in einer der tiefen Windungen des Schneckenhauses folgt. Das Männchen stößt seinen Sperma über der Öffnung des Gehäuses aus. Durch den Sog, der durch das heraus schwimmende Weibchens entsteht, werden die Spermien ins Innere gesogen und befruchten die Eizellen. Sie beginnt unmittelbar mit der Brutpflege und versorgt die Eier mit sauerstoffreichem Wasser. Die Larven schlüpfen bereits nach 24 Stunden und bleiben dann noch für zwei Wochen in der Mütterlichen Obhut. In dieser Zeit verlässt Sie nur selten die Schnecke und nimmt daher nur wenig Nahrung auf. Ihre karnivore Ernährung besteht hauptsächlich aus Kleinkrebsen, Garnelen und Schnecken, die im ständigen Wasserstrom über dieNeothauma-Gehäuse hinweg ziehen.

Die Jungfische verlassen mit einer Größe von etwa sechs Millimetern Länge das Heim und legen sich auf dem kahlen Sandboden. Ihr fast transparente Körper schenkt ihnen hier ausreichende Tarnung. Mehrfach wurde darüber berichtet, das während junge Neolamprpologus brevis auf dem Boden vor der Neothauma-Häuschen Schutz suchen, das Paar erneut laicht und durchaus mehrere Bruten gleichzeitig Schutz im elterlichen Revier finden.

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Weitere Beiträge: Afrika A-Z , Aquarien global, Malawisee Gattungen

Autor:Waldemar Fischer

Bilder:Waldemar Fischer

  

 

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