Sonntag 18 August 2019
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Der Malawisee und seine Bewohner

Der Malawisee liegt im großen Graben Afrikas und zählt damit zu den Grabenseen. Mit 600 km Länge ist er der neuntgrößte See der Welt; er ist langgestreckt und im Durchschnitt rund 50 km breit. An den tiefsten Stellen ist er circa 700 m tief und liegt 472 m über dem Meeresspiegel.

Der Malawisee wird von den Staaten Malawi, Mosambik sowie Tansania umschlossen, mit 30000 Quadratkilometern bietet der See auch in der Trockenzeit reichlich Trinkwasser und wird auch als Reservoir genutzt. Er dient zudem als Wasserweg für oftmals abgelegene Gebiete und wird mit Fähren befahren.

Boadzulu Island2012

Chilumba2011

Die Wassertemperatur sinkt in der Mitte des Sees nicht unter 23 Grad ab.

Die chemische Zusammensetzung bleibt über das ganze Jahr relativ konstant.Der ph-Wert schwankt zwischen 7,8 und 8,5, in der Seemitte bewegt sich der ph-Wert bei 8,3.Aufgrund des Anteils an gelösten Mineralien liegt die Leitfähigkeit bei circa 230 Microsiemens.

Die Küstenlandschaft ist optisch nicht immer gleich, allerdings sind die meisten Abschnitte mit Schilf oder Sandstränden gesäumt, es gibt sumpfige Gebiete, die sich immer wieder mit Felslandschaften abwechseln. Für Biologen aus aller Welt ist der Malawisee eine Spielwiese der Evolution, und mit über 600 Arten das artenreichste Süsswasser-Biotop der Welt.

Die sieben Lebensräume des Malawisees:

1. FELSZONE
2. SANDZONE
3. SAND-FELS-ÜBERGANGSZONE
4. UFERNAHES FREIWASSER
5. UFERFERNES FREIWASSER
6. TIEFWASSER
7. FLUSSMÜNDUNGEN UND RÖHRRICHTZONEN

Likoma2009

Aquaristisch von Bedeutung sind vor allem die Fels- und Übergangszonen, mit ihren farbenprächtigen Felsenbuntbarschen (Mbunas). An dieser Stelle ist natürlich zu erwähnen, dass ein Großteil Nonmbunas ebenfalls diese Lebensräume bewohnt.

Gerade Mbunas sind sehr ortstreu und bewegen sich fast ausschliesslich entlang der Felsen oder Steine, normalerweise stellen Sandzonen fast unüberwindbare Hinternisse dar. Die enge Bindung an die Felsen geht bei manchen Arten soweit, dass ihr Sinn für oben und unten verloren gegangen ist.

Die Buntbarsche, etwa aus der Pseudotropheus Elongatus-Familie, orientieren sich ausschließlich nach dem Verlauf der Felsen. Meist kopfüber verbringen sie ihre Zeit mit Kämpfen, Fressen und der Fortpflanzung. Sie werden auch als so genannte Rückenschwimmer bezeichnet.

Ebenso außergewöhnlich ist Geniochromis Mento. Diese Art hat eine sehr spezielle Nische gefunden, um sich ihren Lebensraum zu sichern. Mit seinen 10-12 cm Körpergröße ist sie normal groß, das bemerkenswerte ist, dass er ein so genannter Flossen- oder auch Schuppenfresser ist. Meist schleicht er sich von hinten oder von unten an seine Opfer heran, und durch einen plötzlichen Vorstoß wird dem ausgewähltem Opfer ein Stück Flosse abgebissen. Fast alle Buntbarsche in der Umgebung dieser Art sind davon gekennzeichnet.

Cynotilapia Afra, um eine weitere Art zu beschreiben, gehört zu den wenigen Felsenbuntbarschen, die sich überwiegend von Plankton ernährt. Im Laufe der Evolution hat diese Art nadelspitze Zähne entwickelt, die sehr gut dazu geeignet sind, kleine Tiere zu ergreifen und festzuhalten.

Interessant auch Nimbochromis Livingstonii: Dieser Räuber spielt gern toter Fisch! Er hat eine sehr eigene Art entwickelt, indem er auf die Seite kippt und sich totstellt, so verharrt er dann etliche Minuten regungslos, bis ein anderer Barsch in seine Nähe schwimmt, um sich dann blitzartig über diesen herzumachen.

Von den einheimischen Fischern wird er auch Kaligomo - der Schläfer genannt. Eine der Theorien besagt, dass sein merkwürdiges Fleckenmuster dem eines in Verwesung übergegangenen Fisches ähneln soll.

Zu den Sandbuntbarschen ist festzustellen, dass es Arten gibt, die Sandburgen mit Kratern auftürmen. In diesen könnte bequem ein ausgewachsener Mensch drin liegen. Dies wird der Guru demnächst näher erläutern. Bei allen Maulbrütern aber gleich die Tragezeit der Weibchen im Maul. Diese beträgt 3 Wochen, auch hier später mehr dazu!

Otter Point2012

HINWEIS:

Einige Textpassagen wurden aus folgenden Büchern übernommen.

AULONCARA-KAISERBUNTBARSCHE von Andreas Butze (2002)
MALAWISEECHILIDEN von Peter Bredell(1999)
MALAWISEE-BUNTBARSCHE/ERFOLGREICHE HALTUNG UND ZUCHT von Andreas Spreinat(2002)
MALAWISEE-BUNTBARSCHE/TEIL 2:ARTEN UND LEBENSRÄUME von Andreas Spreinat(2006)
MALAWISEE-CHILIDEN von Bernd Degen(2005)
ATLAS DER MALAWISEECHILIDEN -Band 1-3 von Ad Konings
HANDBUCH AQUARIEN-WASSER von H.J.Krause(1995)

Autor:Florian Bandhauer

Bilder:Erwin Bressmer

Video:Pete Barnes

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