Dienstag 12 November 2019
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Aulonocara "chiwindi"

Verzeichnis zu den Cichliden des Malawisee

Lebensraum

Die hier beschriebene Standort Variante (Population) des Aulonocara, bevölkert die untiefe Übergangszone vor Chiwindi an der Nordgrenze Tansanias.

Das Chiwindi Biotop wird durch sandigen Untergrund, welcher von verstreut liegenden Felsbrocken und Steinbrocken durch zogen ist charakterisiert.Zwischen den Felsbrocken liegen unzählige kleinere Steine, wodurch viele aber nur kleine Sndzonen übrig bleiben.

Wassertiefe des Chiwindi Habitat

Das Habitat des Aulonocara "chiwindi" liegen in einer Tiefe zwischen 5 und 15 Metern.

Ernährung

Diese Buntbarsch Art wird zu den carnivoren Cichliden gezählt.Über die Aulonocara-typischen Sinnesgruben (vorwiegend auf der Kopfunterseite) ortet der „chiwindi“ Wirbellose und Krebstierchen im Sediment, welche dann durch einen zielgenauen Stoss in den Sand erbeutet werden.

INFO:

Die Sinnesgruben der Aulonocaras gehören zum gattungstypischen erweiterten Seitenlinien-System und sind als Sinnesorgan vergleichbar mit dem menschlichen Gehör.

Besonderheiten

Sämtliche Aulonocara-Arten sind in 4 Gruppen (Komplexe) unterteilt:

1. Sandbewohnende Gruppe
2. Chitande Gruppe
3. Jacobfreibergi Gruppe
4. Stuartgranti Gruppe

A. „chiwindi“ gehört in die Stuartgranti-Gruppe und zählt zu denjenigen Fels-Aulonocaras, welche meist unter dem Handelsnamen „Aulonocara Blue Neon“ exportiert und angeboten werden.Durch den Handelsnamen „Blue Neon“ bedingt, entstehen aber immer wieder Verwechslungen mit den anderen, ebenfalls unter diesem Handelsnamen geführten Standort-Varianten.

Die Chiwindi-Population fällt im Vergleich mit den anderen Varianten durch ein viel leuchtenderes Gelb auf und ist mit Sicherheit der am intensivsten gefärbte BlueNeon.Ebenfalls bleiben die Tiere vor Chiwindi um einige Zentimeter kleiner als diejenigen am Hai Reef und am Undu Reef.

Die Gruppe orientiert sich an kleinen Höhlen, welche sich meist auf dem Niveau des Sandbodens befinden.Sie besetzt diese Nische entlang der gesamten Nordwestküste und an der Ostküste zwischen der Mündung des Ruhuhu Rivers und dem Makanjila Point.Im Laufe der Evolution haben sich in Bezug auf die männliche Brutfärbung der Art stark abweichende Standortvariationen entwickelt.Diese Brutfärbungen reichen von leuchtendem Blau, über verschiedene Zwischenfarben bis zu intensivem Gelb.

Unter „Blue Neon“ oder auch „Aulonocara Yellow Tanzania“ werden in der Regel diejenigen Stuartgrantis zusammengefasst, welche durch einen mehr oder weniger intensiv gelb gefärbten Körper sowie neon blaue Flossen gekennzeichnet sind.Die Blue Neons kommen im Grenzgebiet zwischen der tanzanischen und der moçambik‘schen Küste, insbesondere bei Undu Reef, Chiwindi, Hai Reef, Wikihi und Londo vor. 

Wichtig:  

Die Art ist von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) als nicht gefährdet eingestuft worden. Allerdings orientiert sich die IUCN lediglich an der Art A. stuartgranti und geht nicht auf die einzelnen Standort-Variationen ein. 

Verhalten
 

Weibchen und juvenile Männchen bilden meist kleine Schulen im sehr sandigen Teil der Übergangszone, stehen bewegungslos einige Zentimeter über dem Sediment ihres Biotopes und „horchen“ nach Beute.Werden diese Aulonocaras bei Ihrer Nahrungssuche gestört oder aufgeschreckt, suchen sie sofort zwischen oder unter den Felsen, in Höhlen und Spalten, Schutz.

Geschlechtsreife Männchen verteidigen ihre Reviere zwischen den herumliegenden Felsbrocken, oder noch lieber unter felsigen Überhängen oder höhlenartigen Gebilden.Grosse Höhlen werden oftmals von mehreren Männchen geteilt, was zu keinerlei Problemen führt.

Paarungswillige Weibchen werden in die Reviere gelockt, wo dann direkt über dem sandigen Untergrund abgelaicht wird.Maulbrütende Weibchen sondern sich etwas ab und suchen zwischen den Steinen der Übergangszone Schutz.Nach rund 3 Wochen entlassen sie dort dann auch die fertig entwickelten Larven in die Freiheit.

 

 

Aulonocara stuartgranti chiwindi

 

 

Populationen

Aulonocara „chiwindi“ ist eine der vielen Standort-Populationen.

>> Chiwindi

Info:

Neben dem Aulonocara stuartgranti "hai reef" wohl mit die beliebste Art, und ebenso die meist exportierte.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium ist die Nachbildung einer in Sand auslaufenden Übergangszone mit vielen Sandflächen empfehlenswert, welche den natürlichen Umständen entsprechend, durch viele herumliegende Felsen und grosse Steine (vorzugsweise Sandstein) unterbrochen werden.

Die Felsen sollten so angeordnet werden, dass dazwischen einige Spalten und kleine Höhlen entstehen.Ebenfalls sollte bei der Anordnung der Felsen darauf geachtet werden, dass das Becken in mehrere „nicht gegenseitig einsehbare“ Zonen unterteilt wird.

Die Art kann in Becken ab mindestens 350 Liter gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 130 Zentimetern sichergestellt ist, je mehr die Größe des Beckens und die Kantenlänge desto besser.

Sie gilt als friedliebend und zeigt auch innerartlich nur wenige Aggressionen.

Es ist empfehlenswert, Aulonocara stuartgranti „chiwindi“, den natürlichen Gegebenheiten entsprechend, in Gruppen (z.Bsp. 3m/7w) zu pflegen.Eine Haltung im Harem (z.Bsp. 1m/2w) ist auch denkbar, aber eher als Kompromiss zu betrachten.

Vergesellschaftung

Aulonocara „chiwindi“ ist ein ruhiger und eher durchsetzungsschwacher Cichlide, welcher nicht mit zu aggressiven Arten vergesellschaftet werden sollte.

Wichtig:

Eine Vergesellschaftung mit anderen Aulonocara-Arten birgt ein grosses Risiko der Hybridisierung – das heisst, die Tiere kreuzen sich unter einander.Solche Jungfische dürfen aufgrund des Artenschutzes und der Arterhaltung niemals in den Handel gelangen!

Sollen Aulonocaras aber miteinander vergesellschaftet werden, empfiehlt es sich, Arten aus den verschiedenen Gruppen (z.Bsp. einen Chitande-Type und einen Stuartgranti) zu wählen. Gruppen-übergreifende Verpaarungen sind weitest gehend ausgeschlossen.

Beckenbeleuchtung

Im natürlichen Habitat von Aulonocara „chiwindi“ werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB noch stark reflektiert.ORANGE befindet sich bei knapp über 10 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase und ROT wird bereits total absorbiert.

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Autor: Silvan Hörnlimann & Florian Bandhauer

Bilder: Silvan Hörnlimann

  

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