Montag 13 Juli 2020
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Aulonocara  stuartgranti "hongi"

Verzeichnis zu den Cichliden des Malawisee

 

Lebensraum

Die hier beschriebene Standort-Variante (Population) des Aulonocara stuartgranti bevölkert die untiefe Übergangszone vor Hongi Island, an der tanzanischen Ostküste des Malawisees.

Das Hongi-Biotop wird durch viele grosse Felsbrocken und kleinere Steine charakterisiert, welche verstreut auf dem Seegrund liegen und nur noch viele schmale Sandstreifen dazwischen belassen. Wassertiefe des Hongi-Habitats Das Habitat des A. stuartgranti „hongi“ liegt in einer Wassertiefe zwischen 5 und 15 Meter.

Wassertiefe des Hongi-Habitats

Das Habitat des A. stuartgranti „hongi“ liegt in einer Wassertiefe zwischen 5 und 15 Meter.

 

Ernährung

A. stuartgranti „hongi“ gehört zu den carnivoren Cichliden. Über die Aulonocara-typischen Sinnesgruben (vorwiegend auf der Kopfunterseite) ortet auch dieser gelbe Aulonocara Wirbellose und Krebstierchen im Sediment, welche dann durch einen zielgenauen Stoss in den Sand erbeutet werden.

INFO

Die Sinnesgruben der Aulonocaras gehören zum gattungstypischen erweiterten Seitenlinien-System und sind als Sinnesorgan vergleichbar mit dem menschlichen Gehör.

Besonderheiten

Sämtliche Aulonocara-Arten sind in 4 Gruppen (Komplexe) unterteilt:

1. Sandbewohnende Gruppe

2. Chitande Gruppe

3. Jacobfreibergi Gruppe

4. Stuartgranti Gruppe

A. stuartgranti „hongi island“ gehört in die Stuartgranti-Gruppe und zählt zu denjenigen Fels-Aulonocaras, welche meist unter dem Handelsnamen „Usysia Aulonocara“ exportiert und angeboten werden (siehe dazu auch die Erklärung weiter unten unter INFO).

Die Stuartgranti-Gruppe orientiert sich an kleinen Höhlen, welche sich meist auf dem Niveau des Sandbodens befinden.Sie besetzt diese Nische entlang der gesamten Nordwestküste und an der Ostküste zwischen der Mündung des Ruhuhu Rivers und dem Makanjila Point.

Unter „Usysia Aulonocara“ werden in der Regel die gelben Stuartgrantis der Nordwestküste zusammengefasst, welche durch einen mehr oder weniger intensiv gelb gefärbten Körper sowie durch einen markanten schwarzen oder dunkelblauen Längsstreifen in der Dorsalen gezeichnet sind. Die gelben Stuartgrantis an der Ostküste werden hingegen als „Blue Neon“ oder als „Aulonocara Yellow Tanzania“ bezeichnet.

Zum Namen:

Da die Wissenschaft immer wieder Arten umbenennt belassen wir es bei diesem bisher geläufigem und werden bei Bedarf dieses in einem gesondertem Bericht nochmals erwähnen.

INFO:

Ursprünglich wurde der Hongi-Aulonocara aufgrund seiner Verbreitung an tanzanischen Ostküste den „Aulonocara Yellow Tanzania“ zugeordnet. Im Gegensatz zu diesen auch Blue Neon genannten Arten, zeigt die Hongi-Variante aber einen massiven schwarzen Streifen auf der Dorsalen, was ihn treffender den Usysia’s zuordnen lässt.

A. stuartgranti „hongi“ gleicht sehr stark dem A. stuartgranti „usyisia“ und interessanterweise liegen die beiden Fundorte ganz genau gegenüber zu beiden Seiten des Sees.

Durch den Handelsnamen „Usysia Aulonocara“ bedingt entstehen leider immer wieder Verwechslungen mit den anderen, ebenfalls unter diesem Handelsnamen geführten Standort-Varianten. Desweiteren sorgt der Namen Aulonocara steveni für Verwirrung, unter welchem diese gelben Varianten von A. stuartgranti oft geführt werden.

Durch die sehr verschiedenen Brutfärbungen der Männchen des Stuartgranti-Holotypus von Chilumba (blau) und den Tieren von Usysia, Kande Island oder auch Hongi Island (gelb) wurde lange Zeit davon ausgegangen, dass es sich um zwei eigenständige Arten handeln musste, weshalb die gelben Tiere unter Aulonocara steveni beschrieben wurden.

Erst viel später stellte sich heraus, dass es keine klare Trennungslinie zwischen den gelben und den blauen Populationen gibt.

Entlang der Küste findet von Population zu Population (und nie innerhalb einer einzigen Population) ein stufenweiser Wechsel von ganz blau zu ganz gelb statt, was nun wiederum darauf schliessen lässt, dass es sich bei den blauen „Chilumbas“ und den gelben „Usysias“ um ein und dieselbe Art handelt. Seit dieser Erkenntnis wird Aulonocara steveni nur noch als Juniorsynonym für die gelben Aulonocara stuartgrantis angeschaut.

Wichtig:

Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) unter dem Juniorsynonym Aulonocara steveni geführt und als gefährdet eingestuft. Die IUCN orientiert sich lediglich an der Art A. steveni und geht nicht auf die einzelnen Standort-Variationen (z.Bsp. Usysia, Kande Island, Hongi Island, etc) ein.

Aulonocara stuartgranti hongi

Verhalten

Weibchen und juvenile Männchen bilden meist kleine Schulen und werden hauptsächlich bewegungslos, einige Zentimeter über dem Sediment ihres Biotopes stehend, nach Beute „horchend“ angetroffen.Werden diese Aulonocaras bei Ihrer Nahrungssuche gestört oder aufgeschreckt, suchen sie sofort zwischen oder unter den Felsen, in Höhlen und Spalten, Schutz.

Geschlechtsreife Männchen verteidigen kleine Höhlen als ihre Reviere, wo sie kleine Nester auf dem Sandboden bauen.Grosse Höhlen werden oftmals von mehreren Männchen geteilt, was zu keinerlei Problemen führt.

Gelegentlich können auch Tiere beobachtet werden, welche kleine Höhlen in den Sand unter Felsen graben. Männchen in Brutfarbe sind das ganze Jahr über anzutreffen und sind dementsprechend immer territorial.

Paarungswillige Weibchen werden in die Höhlen gelockt, wo dann direkt über dem sandigen Untergrund abgelaicht wird.Maulbrütende Weibchen sondern sich etwas ab und suchen zwischen den Steinen oder in kleinen Nischen Schutz. Nach rund 3 Wochen entlassen sie dort dann auch die fertig entwickelten Larven in die Freiheit.

Populationen

Aulonocara stuartgranti „hongi“ ist eine der vielen Standort-Populationen des Aulonocara stuartgranti.

>> Hongi Island

1 Aulonocara stuartgranti Hongi

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium ist die Nachbildung/Gestaltung einer klassischen Übergangszone mit vielen Sandflächen empfehlenswert, welche den natürlichen Umständen entsprechend, durch viele herumliegende Felsbrocken und Steine (vorzugsweise Sandstein,Basalt oder auch künstlichen Modulen) unterbrochen werden.

Die Felsen sollten so angeordnet werden, dass dazwischen einige Spalten und kleine Höhlen entstehen.Ebenfalls sollte bei der Anordnung der Steine darauf geachtet werden, dass das Becken in mehrere „nicht gegenseitig einsehbare“ Zonen unterteilt wird.

Die Art kann in Becken ab mindestens 400 Liter gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 120 Zentimetern sichergestellt ist. Sie gilt als friedliebend und zeigt auch innerartlich nur wenige Aggressionen. Es ist empfehlenswert, Aulonocara stuartgranti „hongi“, den natürlichen Gegebenheiten entsprechend, in Gruppen (z.Bsp. 3m/7w) zu pflegen. Eine Haltung im Harem (z.Bsp. 1m/2w) ist aber auch legitim.

Vergesellschaftung

Aulonocara stuartgranti „hongi island“ ist ein ruhiger und eher durchsetzungsschwacher Cichlide, welcher nicht mit zu aggressiven Arten vergesellschaftet werden sollte. Optimal wäre die Vergesellschaftung mit Arten aus der Übergangszone.

Wichtig:

Eine Vergesellschaftung mit anderen Aulonocara-Arten birgt ein grosses Risiko der Hybridisierung – das heisst, die Tiere kreuzen sich unter einander. Solche Jungfische dürfen aufgrund des Artenschutzes und der Arterhaltung niemals in den Handel gelangen! Sollen Aulonocaras aber miteinander vergesellschaftet werden, empfiehlt es sich, Arten aus den verschiedenen Gruppen (z.Bsp. einen Chitande-Type und einen Stuartgranti) zu wählen. Gruppen-übergreifende Verpaarungen sind weitest gehend ausgeschlossen.

Beckenbeleuchtung

Im natürlichen Habitat von A. stuartgranti „hongi island“ werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB noch stark reflektiert. ORANGE befindet sich bei knapp über 10 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase und ROT wird bereits total absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau- und Gelb-, sowie etwas abgeschwächten Orange-Anteilen.

Aquatreff.de

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Interaktive Malawisee Karte

Autor: Florian Bandhauer/Silvan Hörnlimann

Bilder: Silvan Hörnlimann

Video: Yann Dupuy

Bilder: Yann Dupuy

 
 

 

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