Samstag 8 August 2020
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Naevochromis chrysogaster

Verzeichnis zu den Cichliden des Malawisee

Lebensraum

Naevochromis chrysogaster lebt hauptsächlich in der seichten Übergangszone, welche durch viele grosse Felsen und Steinplateaus charakterisiert wird, und ist seeweit anzutreffen.

Wassertiefe der Chrysogaster-Habitate

Die Habitate des N. chrysogaster liegen im Niedrigwasser in einer Tiefe zwischen 1 und 15 Meter.

Ernährung

Naevochromis chrysogaster ist ein Fischfresser und zählt somit zu den carnivoren Arten im Malawisee.

Sein speziell geformtes Maul mit dem dicken Unterkiefer hat auffallende Ähnlichkeit mit dem einiger Pädophagen (Eier- / Larven-Fresser), weshalb davon ausgegangen wird, dass es sich auch bei dieser Art um einen Eier-Räuber handeln muss.Es konnte allerdings bis heute nie beobachtet werden, dass der Chrysogaster einem maulbrütenden Weibchen deren Eier gestohlen hat.Gesichert ist aber, dass sich die hier beschriebene Art über eben aus dem Maul der Muttertiere entlassene Larven hermacht.

INFO:

Im Aquarium wird die Art aber zum anspruchslosen Allesfresser mit einer Vorliebe für etwas proteinreichere Nahrung.

Besonderheiten

Naevochromis chrysogaster ist unter den Aquarianern nach wie vor unter dem Handelsnamen „Haplochromis Jack Dempsey“ bekannt, welcher ihm aufgrund des markanten Unterkiefers und dem breiten Maul verliehen worden ist.
Die Art ist in verschiedensten Populationen rund um den Malawisee bekannt, wobei sich aber die Brutfärbungen der Männchen in allen bekannten Populationen sehr ähnlich sind.

Bei dieser Art sind es eher die Weibchen, welche geografische Variationen entwickelt haben.Während die Weibchen bei den meisten Populationen 3 Flecken auf den Flanken tragen, sind diese bei anderen sehr länglich und fast wie eine Diagonallinie ausgeprägt.Bei wieder andern Populationen scheint der mittlere der 3 Flecken zu fehlen.Ebenfalls kann die Grundfarbe der Weibchen und juvenilen Männchen etwas variieren: Bei den einen Populationen ist diese eher silbern, während sie bei anderen kräftig messing-farbig auffällt.

Wichtig:

Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) als nicht gefährdet eingestuft.

Verhalten

N. chrysogaster ist meist alleine unterwegs, was für Fischfresser typisch ist. Ständig durchstreift er sein Biotop und wird gelegentlich beobachtet, wie er hinter einem maulbrütenden Weibchen herjagt. Ob er das verfolgte Tier aber schlussendlich angreift, konnte bisher nicht festgestellt werden.

Balzaktive Männchen sind das ganze Jahr über zu beobachten. Sie schaufeln feinen Kies unter überhängenden Felsen hervor und bauen sich dort relativ flache Laichmulden.Solche Brutreviere werden gegenüber Artgenossen wie auch gegenüber artfremden Tieren nicht besonders aggressiv verteidigt, allerdings scheint diese Aufgabe die Männchen so stark beschäftigen, dass sie während der gesamten Brutperioden nichts fressen.

Paarungswillige Weibchen, welche sich auf ihren Streifzügen einem solchen Revier nähern, werden sofort angebalzt. Stösst ein balzendes Männchen mit seinem Werben auf das Interesse des Weibchens, folgt ihm dieses zu seinem „Unterstand“, wo kurze Zeit darauf abgelaicht wird.Maulbrütende Weibchen halten sich in der sehr seichten Übergangszone auf und suchen in kleinen Gruppen Schutz zwischen den herumliegenden Steinen.Sie verbringen die 3 Wochen des Brütens meist ruhend, bevor sie ihren Nachwuchs in die Übergangszone entlassen.

Video oben, dieser Nonmbuna im Malawisee

Naevochromis chrysogaster

Populationen

Naevochromis chrysogaster ist seeweit verbreitet. Durch die Bindung an die felsig-sandigen Mischzonen, ist es der Art nicht möglich, weite Sandflächen oder offenes Wasser zu durchqueren, um in andere mögliche Biotope zu gelangen.

Diese Art der Abgrenzung hat die Entwicklung einiger Variationen bezüglich der Färbung und Grundmusterung ermöglicht, welche sich aber untypischerweise auf die Weibchen beschränkt.

1 Naevochromis chrysogaster

8 Naevochromis chrysogaster

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium ist die Nachbildung einer klassischen Übergangszone empfehlenswert, welche den natürlichen Umständen entsprechend, durch viele herumliegende Felsen und flache Steine charakterisiert wird. Die Felsen sollten so angeordnet werden, dass einige Unterstände (Überhänge) entstehen. Ebenfalls sollte bei der Anordnung der Stein-Deko darauf geachtet werden, dass das Becken in mehrere „nicht gegenseitig einsehbare“ Zonen unterteilt wird.

N. chrysogaster kann in Becken ab 800 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 200 Zentimeter gewährleistet wird.Aufgrund des eher einzelgängerischen Verhaltens ist es empfehlenswert, diese Art in Harems (z.Bsp. 1m/2-3w) zu pflegen. Eine Gruppenhaltung sollte erst in entsprechend grösseren Aquarien in Betracht gezogen werden.

Vergesellschaftung

Vergesellschaftet werden sollte grundsätzlich mit grösseren Haplochrominen oder aber mit nicht allzu aggressiven Räubern

mögliche Nonmbuna aus der Übergangszone:

>> Aulonocara-Arten (Fels-/Höhlen-Aulonocaras)

>> Chilotilapia-Arten (z.Bsp. Ch. euchilus)

>> Mylochromis-Arten (z.Bsp. M. sp. „lateristriga makanjila“)

>> Otopharnyx-Arten (O. heterodon)

>> Placidochromis-Arten (z. Bsp. P. sp. „jalo“)

>> Protomelas-Arten (z.Bsp. P. ornatus / P. fenestratus)

mögliche Räuber aus der Übergangszone:

>> Lichnochromis-Arten (z.Bsp. L. acuticeps)

>> Mylochromis-Arten (z.Bsp. M. formosus)

>> Sciaenochromis-Arten (z.Bsp. S. fryeri)

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von N. chrysogaster werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN, GELB und sogar noch ORANGE stark reflektiert. Die Absorption von ORANGE beginnt erst in einer Tiefe von 10 Metern. ROT wird ab ca. 5 Metern total absorbiert und ist dem entsprechend in den oberen Bereichen der Chrysogaster-Habitate immer noch vorhanden.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GELB- und ORANGE-, sowie etwas abgeschwächten GRÜN- und BLAU-Anteilen. Ein leicht reduzierter ROT-Peak wäre bei der Wahl der Leuchtmittel empfehlenswert.

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Interaktive Malawisee Karte

Autor:Silvan Hörnlimann

Bilder/Grafiken:Silvan Hörnlimann,Steven Giets

Video:Carsten K. Larsen

  

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