Sonntag 8 Dezember 2019
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Placidochromis phenochilus

Verzeichnis zu den Cichliden des Malawisee

Lebensraum

Placidochromis phenochilus lebt im Sandbiotop am Rande der Übergangszone.Die Art ist nicht standorttreu und zieht auf der Suche nach Nahrung im ganzen Biotop umher.


Wassertiefe der Phenochilus-Habitate

Placidochromis phenochilus wird in Tiefen zwischen 10 und ca. 25 Metern angetroffen, was abhängig von der Population und den Vorzugstiefen der jeweiligen Gräberfischen vor Ort ist.


Arten und Varianten

Bis vor kurzem wurden alle Standortvarianten sowohl von der Ostseite (Tanzania) als auch von der Westseite (Malawi) des Sees der Art Placidochromis phenochilus zugeordnet. Die Variante aus Tanzania scheint aber eine eigene Art zu sein und wird momentan als Placidochromis sp. „phenochilus tanzania“ bezeichnet.

Im Gegensatz zu den durchgehend blauen „Mdoka-Tieren“ zeigen adulte Tanzania-Männchen (ab 3-4 Jahren) eine Paillete aus hellblauen und weissen Punkten, was ihn sehr attraktiv macht. Beide „Arten“ werden aber durch die ausgeprägt weissen Lippen charakterisiert.

Bis die Nomenklatur eindeutig definiert und abgeschlossen ist, werde ich P. sp. „phenochilus tanzania“ als Unterart oder Standortvariante von P. phenochilus betrachten. In dieser Artenbeschreibung werden die beiden „Arten“ deshalb gemeinsam vorgestellt.

Ernährung

Placidochromis phenochilus und Placidochromis sp. „phenochilus tanzania“ sind carnivore Buntbarsche. Sie sind oft in Schulen von Substrat-Gräbern anzutreffen, wo sie vom - durch die ständige Aktivität dieser Graber - aufgewirbelten Sediment angelockt werden.

Die beschriebenen Arten nehmen das aufgewirbelte Material auf und filtern Futterpartikel resp. enthaltene Kleinstlebewesen durch die Kiemen heraus.


Verhalten

Die Männchen sind nur während der Laichzeit und auch dann nur wenig territorial.

Sie säubern einen Stein und besetzen diesen jeweils nur ganz kurzfristig. Paarungswillige Weibchen werden durch die Männchen angebalzt und zum Paarungsritual über den säuberlich geputzten Stein geführt.

Maulbrütende Weibchen werden in aller Regel in Begleitung von Männchen in Brutfärbung angetroffen (analog zu P. electra), wohingegen die nichtbrütenden Weibchen und juvenilen Männchen grössere Gruppen bilden und den substratgrabenden Arten durch das Biotop folgen.

Die beschriebene(n) Art(en) werden sehr stark durch aufgewirbeltes Sediment angelockt.

Video oben, Eindrücke dieser Art im Aquarium

Placidochromis phenochilus

Populationen

Placidochromis phenochilus
>> Mdoka
>> Chesese
>> Chirwa Island


Placidochromis sp. „phenochilus tanzania“
>> Makonde
>> Lupingu

001 Placidochromis phenochilus lupingu Mnnchen

004 Placidochromis phenochilus lupingu Mnnchen

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium bietet sich die Gestaltung einer lockeren „Übergangszone“ an – sandiger Untergrund von einzelnen grösseren Felsbrocken durchzogen.Es müssen viele offene Sandflächen belassen werden, welche als Arena für die Futtersuche genutzt werden.

P. phenochilus kann in Becken ab 700 Litern gehalten werden, dabei sollte eine Kantenlänge von 180 cm im Vorfeld überlegt werden, je mehr desto besser.Ich empfehle, aufgrund des natürlichen Gruppenverhaltens, diese Art immer in Gruppen (mind. 3m/5W) zu pflegen. Eine Haremshaltung (1m/2-3w) ist aber ebenso möglich.

Vergesellschaftung

Für die Vergesellschaftung sollte der Umstand berücksichtigt werden, dass der Phenochilus ein typischer Verfolger-Fisch ist.

Hier wären also Gruppen von sogenannten Gräberfischen die Ideal-Besetzung. Durch seinen friedlichen und eher durchsetzungsschwachen Charakter sollte Placidochromis phenochilus aber nur mit anderen friedliebenden Gattungen zusammen gepflegt werden:

Mögliche Substratgräber:


>> Lethrinops-Arten
>> Fossochromis


Weitere mögliche und friedliche Beifische:


>> Aulonocaras-Arten
>> Nyassaechromis-Arten
>> Copadichromis-Arten
>> Scianochromis-Arten
>> usw.

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von P. phenochilus werden die Spektralfarben BLAU und GRÜN noch stark reflektiert.

GELB befindet sich bei knapp über 15 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase, ORANGE schon ab 10 Metern und ROT wird bereits total absorbiert. Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau-, abgeschwächten Gelb- und marginalen Orange-Anteilen.

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Autor:Florian Bandhauer,Silvan Hörnlimann

Bilder:Florian Bandhauer

Video:Paul Christea

   

 

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