Dienstag 17 September 2019
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Protomelas labridens

Verzeichnis zu den Cichliden des Malawisee

Lebensraum

Protomelas labridens ist in den seichten, sedimentreichen und vor allem bewachsenen Regionen, meistens in Buchten, entlang aller Küsten des Malawi- und des Malombesees heimisch, und lebt dort bevorzugt in und um die zahlreichen Vallisnerien-Felder.

Wassertiefe der Labridens-Habitate

P. labridens lebt im sehr seichten Teil der bewachsenen Uferzonen in einer Tiefe zwischen 3 und 7 Metern.Die meisten Brutarenen können in rund 4 Meter Wassertiefe entdeckt werden.

Ernährung

Die hier beschriebene Art gehört zu den carnivoren Cichliden des Sees.In kleinen Gruppen durchstreift sie die Pflanzen-Beete und pickt bevorzugt kleine Schnecken und Wirbellose (kleine Krebstierchen) aus dem Wurzelbereich oder von den Blättern der Vallisnerien.Während der Blüte ist P. labridens auch immer wieder zu beobachten, wie er Plankton aus dem ufernahen Wasser filtert.

Besonderheiten

Protomelas labridens ist Bestandteil einer Artengruppe, des Kambuzi-Komplexes, welche aus folgenden Arten besteht:

>> P. kirkii

>> P. labridens

>> P. marginatus

>> P. pleurotaenia

>> P. similis

Von der einheimischen Bevölkerung werden die Angehörigen dieser Gruppe „Kambuzi“ genannt.Charakteristisch für diese Artengruppe ist ein, manchmal auch zwei horizontale Streifen, welche ihre Flanken zentral zieren.

Immer wieder kommt es, aufgrund der Ähnlichkeit, zu Verwechslungen und immer wieder wird Protomelas labridens irrtümlich als P. similis exportiert.Leider hatte dies zur Folge, dass es in unseren Aquarien, bei Züchtern und Händlern häufig zu Hybridisierungen gekommen ist.

In der Kambuzi-Gruppe ist der P. labridens an seinem auffallend kleinen Maul zu erkennen.Er trägt neben dem horizontalen Streifen auch eine undeutliche vertikale Bänderung.

Wichtig:

Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) als nicht gefährdet eingestuft.

Verhalten

Während sich die Weibchen und juvenilen Männchen in meist kleinen Furangier-Gruppen durch die Vallisnerien-Beete fressen, säubern und verteidigen paarungsaktive Männchen kleine Stellen inmitten der Pflanzen im durchschnittlich 4 Meter tiefen Wasser.Manchmal wird etwas Sand zu kleinen Häufchen aufgeworfen, welche das Revier markieren sollen.

Jedes Weibchen, welches sich während der Nahrungssuche einem solchen Revier nähert, wird vom revierhaltenden Männchen heftig umworben.Stösst das Männchen mit seiner Balz auf Interesse, wird das weibliche Tier zum besagten Platz geleitet und zum Ablaichen animiert. Die Paarungen finden ausschliesslich in den Morgenstunden statt.

Spät nachmittags verlassen alle territorialen Männchen ihre Reviere und schliessen sich zu Männer-Gruppen zusammen, um auf Nahrungssuche zu gehen, bevor sie bei Einbruch der Nacht zu ihren Laichplätzen zurückkehren.

Die Brutzeit dieser Art beschränkt sich auf jeweils 2 Monate im Jahr.Die nördlichen Populationen scheinen von Mai bis Juni zu brüten, während die südlichen Vertreter dies von November bis Dezember tun.Ausserhalb der Brutzeit sind auch die geschlechtsreifen Mänchen nicht territorial und schliessen sich den zahlreichen Gruppen an.Die brütenden Weibchen bilden separierte Schulen und halten sich zwischen den Vallisnerien auf, wo sie nach rund 3 Wochen dann auch ihren Nachwuchs frei setzen.

Artgenossen wie auch artfremden Tieren gegenüber tritt P. labridens friedfertig gegenüber.

Protomelas labridens

Populationen

P. labridens ist seeweit in sehr vielen Populationen verbreitet und kann sogar im Lake Malombe angetroffen werden.In vielen bewachsenen Uferzonen sind Populationen dieser Art zu finden, jedoch können keine oder fast keine farblichen Variationen festgestellt werden.

Für den Aquaristik-Export werden gelegentlich Tiere vor Likoma Island gefangen.

>> Likoma Island

 

Protomelas labridens 1

 

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium sollte eine gut bepflanzte flache Uferzone mit sandigem Untergrund und nur wenigen verstreut liegenden grossen Steinen nachgebildet/gestaltet werden.Als Bepflanzung sollten einige grossflächige lockere Vallisnerien-Wälder mit Vallisneria gigantea oder Vallisneria nana in Betracht gezogen werden.

Protomelas labridens kann in Becken ab 400 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 130 Zentimeter gewährleistet wird, wir betrachten dies als unterste Grenze und weisen darauf hin das je mehr man plant desto besser für die Malawis ist.Es ist empfehlenswert, diese Art immer in Gruppen (z. Bsp. 3m/7w) zu halten. Haremshaltung (z.Bsp. 1m/2-3w) wären aber ebenso denkbar.

Vergesellschaftung

P. labridens scheint ziemlich robust, aber zumindest ausserhalb der Paarungszeit gegenüber anderen Arten sehr friedlich zu sein.Eine Vergesellschaftung mit carnivoren Nonmbunas oder sogar grösserer ruhiger Räuber aus der bewachsenen Sandzone stellt keinerlei Probleme dar.

Mögliche carnivore Arten als Beispiel:

>> Astatotilapia-Arten

>> Cyrtocara-Arten

>> Mylochromis-Arten

>> Nyassachromis-Arten

>> Otopharnyx-Arten

>> Placidochromis-Arten

Mögliche Lauerjäger aus dem bewachsenen Biotop:

>> Dimidiochromis-Arten (z.Bsp. D. Compressiceps)

>> Mylochromis-Arten (z.Bsp. M. gracilis)

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von P. labridens werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN, GELB und sogar noch ORANGE stark reflektiert.Die Absorption von ORANGE beginnt erst in einer Tiefe von 10 Metern. ROT wird ab ca. 5 Metern total absorbiert und ist dem entsprechend in den bevorzugten Bereichen der Labridens-Habitate immer noch kräftig vorhanden.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GELB- und ORANGE-, sowie etwas abgeschwächten GRÜN- und BLAU-Anteilen. Ein markanter ROT-Peak wäre bei der Wahl der Leuchtmittel empfehlenswert.

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Autor.Silvan Hörnlimann/Florian Bandhauer

Bilder/Grafiken:Silvan Hörnlimann

Video:GCCA Cichlid

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