Samstag 23 Februar 2019
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Chindongo sp. "elongatus mbenji brown"

Verzeichnis zu den Cichliden des Malawisee

Lebensraum

Hinweis: Erstmalig im deutschsprachigem Raum beschrieben.

Chindongo sp. "elongatus mbenji brown" vorher: Pseudotropheus sp. „elongatus mbenji brown“ lebt meist in der seichten, sedimentreichen Felszone, wird aber bei Sani sogar in der Übergangszone angetroffen. Diese Art ist stark an das Substrat gebunden und entfernt sich niemals mehr als einen halben Meter vom Fels.

Wassertiefe der Mbenji Brown-Habitate

Die Habitate des Mbenji Brown liegen in Wassertiefen zwischen rund 2 und 10 Meter. Die durchschnittliche Habitats-Tiefe in den bevölkerten Felszonen liegt aber bei rund 3 Meter (Felszone).

Ernährung


Chindongo sp. "elongatus mbenji brown" zählt zu den limnivoren Cichliden und ernährt sich vorwiegend von lockerem Material (Algen, Kieselalgen, Mikroorganismen, etc.), welches er im sedimentfreien Aufwuchs, entlang vertikaler Flächen und unter Überhängen, findet.

Wie alle Arten des Elongatus-Komplexes frisst auch Chindongo sp. "elongatus mbenji brown" auf deutlich weniger effiziente Art und Weise als dies zum Beispiel die Tropheops- und viele Metriaclima (Maylandia) - Arten tun. Er „schabt“ nicht, er „kämmt“ nicht und er kann auch nicht ganze Algenstränge aus dem Aufwuchs reissen, wie dies beispielsweise die Tropheops tun. Seine Art zu fressen ist eher als ein Zupfen und Herauspicken von lockerem Material aus den Algensträngen zu bezeichnen.Immer wieder wird auch Plankton gefressen, welchen die Tiere aus dem offenen Wasser aufnehmen, sich dabei aber niemals mehr als ein paar wenige Zentimeter vom Substrat lösen.

Besonderheiten

Der Elongatus-Komplex umfasst eine grosse Zahl verschiedener Arten, deren Farbmuster den Metriaclima-Arten (Zebra-Komplex) sehr ähneln, aber in der Regel einen länglicheren Körperbau als dieselben haben. Dieser schlankere Körper scheint eine Anpassung an das Leben in Höhlen und engen Spalten zu sein.

Die grosse Anzahl verschiedener Arten in diesem Komplex, hat Ad Konings bereits vor Jahren dazu veranlasst, diese in weitere, besser überschaubare Untergruppen zu unterteilen.

Hinweis:

Malawi-Guru benutzt diese Unterteilung lediglich, um die Zuordnung der einzelnen Arten etwas zu vereinfachen, weist aber darauf hin, dass es sich bei den definierten Untergruppen um rein künstliche Konstrukte handelt, welche keine wirklichen Verwandtschaften aufzeigen.

>> Zebra-ähnliche Arten
>> Tropheops-ähnliche Arten
>> Gelbschwänzige Elongatus
>> Braune Elongatus-Gruppe

Zur Zebra-Gruppe zählen die meisten sehr länglichen Arten, welche durch ein endständiges Maul und eine sehr zurückgezogene Lebensweise auffallen.

Die Angehörigen der Tropheops-Gruppe weisen eine ähnliche Maulstruktur auf, wie sie bei Tropheops tropheops zu finden ist. Alle Tropheops-ähnlichen Arten sind viel weniger scheu und vor allem auch massiv weniger aggressiv als die Zebra-Arten. Sie haben in den meisten Fällen eine blaue Grundfarbe und sind schwarz gebändert. Das Verbreitungsgebiet dieser zweiten Gruppe beschränkt sich ausschliesslich auf die Ost- und die Südküste des Malawi-Sees.

Das Hauptmerkmal der gelbschwänzigen Elongatus-Gruppe wird bereits durch den Namen ersichtlich. Alle Angehörigen fallen durch kräftig gelb gefärbte Schwanzflossen auf und sind in deren Brutfärbungen nicht voneinander zu unterscheiden. Es besteht sogar die Annahme, dass alle dieser Gruppe zugeordneten „Populationen“ in Wahrheit einer einzigen Art angehören könnten. Die Gelbschwänze leben bevorzugt im klaren Wasser der sedimentreichen Felszone und fressen regelmässig Plankton im offenen Wasser.

Die vierte und letzte Gruppe, die braunen Elongatus‘, fällt durch eine permanent braune bis gelbbraune Grundfärbung auf. Die dieser Gruppe zugeordneten Arten bevorzugen das sedimentreiche Felsbiotop.Desweiteren sind inzwischen auch einige wenige Arten bekannt, die sich beim besten Willen keiner dieser vier Untergruppen zuordnen lassen und von Malawi-Guru bis auf weiteres als „Restgruppe“ bezeichnet werden.

An vielen Felsküsten können jeweils 2 Elongatus-Arten, sympatrisch lebend, beobachtet werden (es ist nur ein Standort bekannt, wo sich mehr als 2 Elongatus dasselbe Biotop teilen). Die Männchen solcher Arten differenzieren sich aber fast ausnahmslos durch eine deutliche Unterschiede in der Brutfärbung.

Chindongo sp. "elongatus mbenji brown" gehört zur braunen Elongatus-Gruppe.

Wichtig:

Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) nicht in deren RedList geführt, weshalb keine Information zum aktuellen Gefährdungs-Status gegeben werden kann.

Verhalten

Chindongo sp. "elongatus mbenji brown" lebt in einigen eher als klein zu bezeichnenden Populationen und ist in seinen Biotopen meist alleine anzutreffen. Die Tiere halten sich immer direkt am Substrat auf und entfernen sich auch nur äusserst geringfügig davon, wenn sie im offenen Wasser Plankton fressen. Den Grossteil der Zeit können die Tiere dabei beobachtet werden, wie sie den Aufwuchs an den vertikalen Flächen grosser Felsen nach fressbaren Partikeln ansuchen.

Es sind aber nur die Weibchen und die juvenile Männchen, welche von Fels zu Fels ziehen.

Die geschlechtsreifen Männchen hingegen sind sehr territorial und besetzen ganzjährig kleine Höhlen oder auch Nischen zwischen den Felsen, welche sie auffallend aggressiv gegenüber Artgenossen verteidigen. Auch artfremden Tieren gegenüber wird versucht, sich als dominante Spezies durchzusetzen.

Jedes Weibchen, welches sich auf seinen Streifzügen einem solchen Revier nähert, wird heftig angebalzt. Stösst das Männchen mit seinem Werben auf Interesse, geleitet er das Weibchen in seine Höhle, wo dann kurze Zeit später abgelaicht wird.

Maulbrütende Weibchen ziehen sich in den Schutz von Spalten zwischen die Felsen zurück, wo sie rund 3 Wochen später Ihren Nachwuchs auch freisetzen.

Chindongo sp. elongatus mbenji brown

Populationen

Chindongo sp. "elongatus mbenji brown"lebt in vier bekannten Populationen, welche sich auf einen lediglich 50 Kilometer breiten Küstenabschnitt im Südwesten des Malawisees beschränken.

>> seichtes Riff, südlich von Chia Lagoon

>> Mbenji Island

>> Nkhomo Reef

>> Sani (Übergangszone)

Die verschiedenen Populationen konnten lediglich sehr geringfügige geografische Variationen entwickeln. Die beiden nördlichen Vertreter fallen aber durch eine etwas dunklere Körperfarbe auf.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium empfiehlt sich die Nachbildung/Gestaltung einer sedimentreicheren Felszone – steile Felsbarrieren mit vielen kleinen Höhlen dazwischen im Hintergrund (Rückzugsmöglichkeiten für schwächere Tiere) und ein von vielen verstreut liegenden grossen, nicht zu hoch aufragenden, Steinen charakterisierter Vordergrund.

Der Bodengrund sollte mit möglichst feinem dunklem Sand realisiert werden. Ein solches Becken sollte so strukturiert sein, dass viele sichtgeschützte Zonen bestehen, wo territoriale Männchen ihre Brutreviere anlegen können. Es ist auf genügend freien Schwimmraum zu achten.

Grundsätzlich kann Chindongo sp. "elongatus mbenji brown" ab 300 Litern im Artenbecken gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 120 Zentimeter angestrebt wird. Bei einer Vergesellschaftung mit anderen Arten wäre ein Becken ab mindestens 400 Litern empfehlenswert (artübergreifende Aggressionen vor allem während des Brutgeschäfts möglich), auch die Kantenlänge sollte größer überlegt werden..

Optimal wäre die Haltung in Harems (mindestens 1m/3-4w), was dem natürlichen, einzelgängerischen Wesen dieser Art entgegen käme. Gruppen (z.Bsp. 3m/7w) sind ebenfalls denkbar, würden aber entsprechend grössere Becken voraussetzen, damit sich die grundsätzlich „alleine“ lebenden Tiere nicht zu stark in die Quere kommen.

Vergesellschaftung

Vergesellschaftet werden sollte Chindongo sp. "elongatus mbenji brown" nur mit robusten und wehrhaften Arten, welche ähnliche Ansprüche an das Habitat und die Ernährung stellen.

mögliche robuste, limnivore Mbunas der sedimentreichen Felszone:

>> Petrotilapia-Arten

>> Tropheops-Arten

>> Labidochromis-Arten

>> Labeotropheops-Arten

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von Chindongo sp. "elongatus mbenji brown" werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN, GELB und sogar noch ORANGE stark reflektiert. Die Absorption von ORANGE beginnt erst in einer Tiefe von 10 Metern. ROT wird ab ca. 5 Metern total absorbiert und ist dem entsprechend in den durchschnittlichen Bereichen der Mbenji Brown-Habitate immer noch stark vorhanden.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GELB- und ORANGE-, sowie etwas abgeschwächten GRÜN- und BLAU-Anteilen. Ein ROT-Peak wäre bei der Wahl der Leuchtmittel empfehlenswert.

Aquatreff.de

Interaktive Malawisee Karte

Autor:Silvan Hönlimann

Bilder/Grafiken:Silvan Hörnlimann/Florian Bandhauer

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