Sonntag 23 September 2018
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Chindongo sp. "elongatus mpanga"

Verzeichnis zu den Cichliden des Malawisee

Lebensraum

Chindongo sp. "elongatus mpanga" vorher; Pseudotropheus sp. „elongatus mpanga“ lebt im sedimentfreien Felsbiotop (Felszone), in Riffen und Felsküsten, wo er hauptsächlich in und um Höhlen und engen Spalten gesehen wird. Oft kann die Art auch im freien Wasser beim fressen von Phytoplankton beobachtet werden.Diese Art aus dem Elongatus-Komplex bevorzugt klares und stark bewegtes Wasser.


Wassertiefe der „Elongatus mpanga“-Habitate

Die Habitate aller vier „Elongatus mpanga“-Populationen erstrecken sich ab 5 bis hin zu 30 Metern Wassertiefe.


Besonderheiten

Die verschiedenen Arten des Elongatus-Komplexes verteilen sich vorwiegend auf der Nordseite des Malawisees und bevölkern dort die West- wie auch die Ostküste.Sie können in verschiedene Gruppen unterteilt werden, welche aber dem besseren Verständnis dienen und keinerlei Verwandtschaften aufzeigen sollen:



1. Zebra-Ähnliche Gruppe
2. Tropheops-Ähnliche Gruppe
3. Gelbschwänzige Gruppe
4. Braune Gruppe


Der hier beschriebene Pseudotropheus sp. „elongatus mpanga“ gehört zur gelbschwänzigen Gruppe de Elongatus-Komplexes.

Alle Angehörigen dieses Komplexes zeichnen sich durch einen schmalen und langgestreckten Körper aus, welcher eine evolutionäre Anpassung an das Leben in Höhlen und Spalten ist
.

Ernährung

Chindongo sp. "elongatus mpanga" ernährt sich hauptsächlich von locker sitzenden Algen (Kieselalgen), welche aus dem Aufwuchs heraus gepickt werden, was sie zu limnivoren Cichliden macht.Der Mpanga scheint aber, wie auch einige Metriaclima (Maylandia) -Arten, kein sehr spezialisierter Aufwuchsfresser zu sein, denn weder durchkämmt er den Aufwuchs mit typischerweise weit geöffnetem Maul, noch rupft er ganze Algenbüschel aus dem Aufwuchs, wie das die wirklichen Nahrungsspezialisten tun.

Oftmals werden die Tiere auch kopfüber in grossen Höhlen beobachtet, wo sie den Aufwuchs an den Höhlendecken nach fressbaren Partikeln durchstöbern.Die Mpanga werden auch immer wieder im freien Wasser angetroffen, wo sie Jagd auf Phytoplankton machen (vor allem während der Blütezeit).


Verhalten

Nicht territoriale Männchen und nicht-brütende Weibchen streifen einzeln oder in losen Furangiergruppen durch das Felsbiotop und picken immer wieder im Aufwuchs nach Futter.Auffallend ist der starke Bezug dieser Art auch zu grossen Höhlen.In solchen sind immer wieder grössere Gruppen des Mpanga anzutreffen, wie sie kopfüber das Höhlendach absuchen.

Paarungswillige Männchen besetzen eine kleine Höhle, oder eine enge Spalte, in welchem sie eine kleinen Laichplatz bauen respektive säubern.Weibchen aus der näheren Umgebung werden heftig angebalzt und versucht, zum vorbereiteten Laichplatz zu geleiten. Nach erfolgter Paarung suchen sie die maulbrütenden Weibchen kleine Höhlen, in welche sie sich während den 3 Wochen Reifezeit zurückziehen und, welche sie währenddessen auch mit Bestimmtheit verteidigen.

Video oben, Chindongo sp. "elongatus mpanga" vorher: Pseudotropheus sp. elongatus mpanga bei der Paarung

Chindongo sp. elongatus mpanga

 

 

 

Populationen

Von Chindongo sp. "elongatus mpanga" sind vier verschiedene Populationen rund um Chilumba bekannt, welche sich körperlich nicht unterscheiden:

>> Chirwa Island
>> Luwino Reef
>> Maison Reef
>> Mpanga Rocks


Die meisten für den Export bestimmten Tiere wurde an den Mpanga Rocks gefangen.

Pseudotropheus elongatus spec. mpanga

Andre Schtz

 

Haltung im Aquarium

Für die Haltung/Gestaltung im Aquarium braucht diese Art bis zur Wasseroberfläche reichenden Felsbarrieren.Wichtig ist auch, dass für jedes Tier mindestens eine kleine Höhle zur Verfügung steht (sollten etwas entfernt voneinander liegen - innerartliche Aggression) und genügend Felsen verstreut herumliegen, um den Weibern und Junggesellen dazwischen Verstecke für die Nachtruhe zu bieten.

Ebenfalls sollte auch noch freier Schwimmraum (Freiwasserzone) sichergestellt werden.

Chindongo sp. "elongatus mpanga" könnte bereits in Becken ab 300 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 120 Zentimetern gewährleistet ist, dies bezieht sich aber auf reine Artenbecken und sollte in Verbindung mit anderen Mbunas zwingend nach oben erweitert werden.Ich empfehle aber mindestens einen 450-Liter-Tank, damit eine „beruhigende Vergesellschaftung“ realisiert werden kann.Erfahrene Halter können diese Art auch bei 250 Liter pflegen sofern Ausweichbecken vorhanden sind !

Aufgrund der auffallenden innerartlichen Aggressivität unter Männchen sollten bevorzugt Harems (1m/3-4w) gepflegt werden.Gruppen (z.Bsp. 3m/9w) sind zwar ebenfalls möglich; hier sollte dann aber mit anderen Arten vergesellschaftet werden, sodass sich die Aggressivitäten der Männchen etwas abgelenkt werden.

Vergesellschaftung


Chindongo sp. "elongatus mpanga"ist ein sehr temperamentvoller Mbuna, welcher vor allem innerartlich ziemlich ruppig werden kann.Eine Vergesellschaftung dieser Arten ist problemlos möglich und sogar sinnvoll, um die Aggressionen untereinander besser kontrollieren zu können.Wichtig für eine Vergesellschaftung ist, dass die Ernährungs-Ansprüche und das Temperament beachtet werden.

Hier empfehlen sich also robuste limnivore oder auch planktonfressende Mbunas.

Beckenbeleuchtung

Da Chindongo sp. "elongatus mpanga" in allen Regionen zwischen 5 und 30 Metern Wassertiefe vorkommt, ist die Definition der Aquarien-Beleuchtung anhand dieser Art eher zweitrangig.Ich empfehle deshalb, sich beleuchtungstechnisch an anderen vergesellschafteten Arten zu orientieren.

Zum Thema Licht haben wir unter dem Menüpunkt: Beleuchtung, einiges zusammen gefasst an Beiträgen.

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Autor:Silvan Hörnlimann/Florian Bandhauer

Bilder:Andre Schütz,Florian Bandhauer

Video:Fraggy

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