Mittwoch 17 Juli 2019
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Chindongo sp. "elongatus ornatus tanzania"

Verzeichnis zu den Cichliden des Malawisee

Lebensraum

Chindongo sp. "elongatus ornatus tanzania" vorher : "Pseudotropheus sp. elongatus ornatus tansania" hält sich sehr stark an Felsen, welche in der sedimentreichen Felszone- und der Übergangszone zu finden sind.


Wassertiefe der Ornatus Tanzania-Habitate

Die Habitate des Elongatus ornatus tanzania liegen in Wassertiefen zwischen 4 und 25 Meter.


Ernährung


Chindongo sp. "elongatus ornatus tanzania" zählt zu den limnivoren Cichliden und ernährt sich von lockerem Material (Algen, Kieselalgen, Mikroorganismen, etc.), welches er im sedimentfreien Aufwuchs, an senkrechten oder überhängenden Flächen der verstreut liegenden Felsen auf dem Seegrund, findet.

Wie alle Arten des Elongatus-Komplexes frisst auch Chindongo sp. "elongatus ornatus tanzania" auf deutlich weniger effiziente Art und Weise als dies zum Beispiel die Tropheops- und viele Metriaclima (Maylandia)-Arten tun.

Er „schabt“ nicht, er „kämmt“ nicht und er kann auch nicht ganze Algenstränge aus dem Aufwuchs reissen, wie dies beispielsweise die Tropheops tun. Seine Art zu fressen ist eher als ein Zupfen und Herauspicken von lockerem Material aus den Algensträngen zu bezeichnen. Immer wieder frisst die hier beschriebene Art auch Plankton, welchen sie im offenen Wasser, aber doch in unmittelbarer Nähe der Felsen, erbeutet.

Besonderheiten

Der Elongatus-Komplex umfasst eine grosse Zahl verschiedener Arten, deren Farbmuster den Metriaclima-Arten (Zebra-Komplex) sehr ähneln, aber in der Regel einen länglicheren Körperbau als dieselben haben. Dieser schlankere Körper scheint eine Anpassung an das Leben in Höhlen und engen Spalten zu sein.

Die grosse Anzahl verschiedener Arten in diesem Komplex, hat Ad Konings bereits vor Jahren dazu veranlasst, diese in weitere, besser überschaubare Untergruppen zu unterteilen.

Hinweis:

Malawi-Guru benutzt diese Unterteilung lediglich, um die Zuordnung der einzelnen Arten etwas zu vereinfachen, weist aber darauf hin, dass es sich bei den definierten Untergruppen um rein künstliche Konstrukte handelt, welche keine wirklichen Verwandtschaften aufzeigen.

>> Zebra-ähnliche Arten
>> Tropheops-ähnliche Arten
>> Gelbschwänzige Elongatus
>> Braune Elongatus-Gruppe

Zur Zebra-Gruppe zählen die meisten sehr länglichen Arten, welche durch ein endständiges Maul und eine sehr zurückgezogene Lebensweise auffallen. Die Angehörigen der Tropheops-Gruppe weisen eine ähnliche Maulstruktur auf, wie sie bei Tropheops tropheops zu finden ist. Alle Tropheops-ähnlichen Arten sind viel weniger scheu und vor allem auch massiv weniger aggressiv als die Zebra-Arten. Sie haben in den meisten Fällen eine blaue Grundfarbe und sind schwarz gebändert. Das Verbreitungsgebiet dieser zweiten Gruppe beschränkt sich ausschliesslich auf die Ost- und die Südküste des Malawisee.

Das Hauptmerkmal der gelbschwänzigen Elongatus-Gruppe wird bereits durch den Namen ersichtlich. Alle Angehörigen fallen durch kräftig gelb gefärbte Schwanzflossen auf und sind in deren Brutfärbungen nicht voneinander zu unterscheiden. Es besteht sogar die Annahme, dass alle dieser Gruppe zugeordneten „Populationen“ in Wahrheit einer einzigen Art angehören könnten.

Die Gelbschwänze leben bevorzugt im klaren Wasser der sedimentreichen Felszone und fressen regelmässig Plankton im offenen Wasser. Die vierte und letzte Gruppe, die braunen Elongatus‘, fällt durch eine permanent braune bis gelbbraune Grundfärbung auf. Die dieser Gruppe zugeordneten Arten bevorzugen das sedimentreiche Felsbiotop.

Desweiteren sind inzwischen auch einige wenige Arten bekannt, die sich beim besten Willen keiner dieser vier Untergruppen zuordnen lassen und von Malawi-Guru bis auf weiteres als „Restgruppe“ bezeichnet werden.

An vielen Felsküsten können jeweils 2 Elongatus-Arten, sympatrisch lebend, beobachtet werden (es ist nur ein Standort bekannt, wo sich mehr als 2 Elongatus dasselbe Biotop teilen). Die Männchen solcher Arten differenzieren sich aber fast ausnahmslos durch eine deutliche Unterschiede in der Brutfärbung.

Chindongo sp. "elongatus ornatus tanzania" gehört zur Restgruppe, also zu den wenigen Elongatus-ähnlichen Arten, welche sich nicht in eine der genannten vier Untergruppen einteilen lässt.

Wichtig:

Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) nicht in deren RedList geführt, weshalb keine Information zum aktuellen Gefährdungs-Status gegeben werden kann.

Verhalten

Chindongo sp. "elongatus ornatus tanzania"ist fast ausschliesslich alleine unterwegs. Nur in Ausnahmefällen werden einige wenige Tiere beieinander gesehen, wie sie dem Plankton in Felsennähe nachstellen.

Während die Weibchen, juvenilen und auch geschlechtsreife Männchen von Felsblock zu Felsblock ziehen, um im Aufwuchs nach Fressbarem zu suchen, sind nur die paarungswilligen Männchen wirklich territorial. Sie besetzen kleine Höhlen zwischen den Felsen, welche sie sehr aggressiv gegenüber Artgenossen verteidigen.

Jedes Weibchen, welches sich auf seinen Streifzügen einem solchen Brutrevier nähert, wird heftig angebalzt. Stösst das Männchen mit seinem Werben auf Interesse, folgt ihm das Weibchen, bis dann kurze Zeit später immer in der verteidigten Höhle abgelaicht wird.

Maulbrütende Weibchen verstecken sich in engen Spalten zwischen den Felsen, wo sie rund 3 Wochen später Ihren Nachwuchs auch freisetzen.

 

Chindongo sp. elongatus ornatus tanzania

Populationen


Chindongo sp. "elongatus ornatus tanzania"lebt in einigen wenigen kleineren Populationen, welche über einen nur sehr kurzen Küstenabschnitt in der Umgebung von Mbamba Bay zu finden sind.

>> Maunyuni Rocks

>> Chuwa

Trotz der nahe beieinander liegenden Biotope konnten sich im Laufe der Evolution doch auch bei dieser Art einige populationsbedingte Variationen entwickeln. Zum Beispiel variieren die Farben der Weibchen von leuchtend gelb bis beige gelb. Auch die Bänderung der Männchen unterscheidet sich je nach Population geringfügig.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium empfiehlt sich die Nachbildung/Gestaltung einer sedimentreicheren Felszone – steile Felsbarrieren mit vielen kleinen Höhlen dazwischen im Hintergrund (Rückzugsmöglichkeiten für schwächere Tiere) und ein von vielen verstreut liegenden grossen, nicht zu hoch aufragenden, Steinen charakterisierter Vordergrund.

Der Bodengrund sollte mit möglichst feinem dunklem Sand realisiert werden. Ein solches Becken sollte so strukturiert sein, dass viele sichtgeschützte Zonen bestehen, wo territoriale Männchen ihre Brutreviere anlegen können. Es ist auf genügend freien Schwimmraum zu achten.

Grundsätzlich kann Chindongo sp. "elongatus ornatus tanzania" ab 300 Litern im Artenbecken gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 120 Zentimeter gewährleistet wird. Bei einer Vergesellschaftung mit anderen Arten wäre ein Becken ab mindestens 450 Litern empfehlenswert, auch die Kantenlänge erhöht sich bei dieser Art der Zusammensetzung und sollte wohl überlegt werden (artübergreifende Aggressionen vor allem während des Brutgeschäfts möglich).

Optimal wäre die Haltung in Harems (mindestens 1m/3-4w), was dem natürlichen, einzelgängerischen Wesen dieser Art entgegen käme.Gruppen (z.Bsp. 3m/7w) sind ebenfalls denkbar, würden aber entsprechend grössere Becken voraussetzen, damit sich die grundsätzlich „alleine“ lebenden Tiere nicht zu stark in die Quere kommen.

Vergesellschaftung

Vergesellschaftet werden sollte Chindongo sp. "elongatus ornatus tanzania" nur mit robusten, wehrhaften Arten, welche ähnliche Ansprüche an das Habitat und die Ernährung stellen.

>> Labeotropheus-Arten

>> Petrotilapia-Arten

>> Tropheops-Arten

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von Chindongo sp. "elongatus ornatus tanzania" werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB noch stark reflektiert. ORANGE befindet sich bei knapp über 10 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase und ROT wird bereits total absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau- und Gelb-, sowie etwas abgeschwächten Orange-Anteilen.

Aquatreff.de

Interaktive Malawisee Karte

Autor: Silvan Hörnlimann

Bilder/Grafiken:Silvan Hörnlimann

 

 


 

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