Donnerstag 9 Februar 2023
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Cynotilapia sp. "elongatus chitimba"

Verzeichnis zu den Cichliden des Malawisee

Lebensraum

Cynotilapia sp. "elongatus chitimba" lebt in der etwas tieferen Übergangszone und einzig in unmittelbarer Nähe eines kleinen Riffs in der Nähe von Chitimba. Häufig werden grössere Gruppen dieser Art im offenen Wasser, in einiger Distanz über dem Substrat, angetroffen

Wassertiefe der Chitimba-Habitate

Das Habitat des Elongatus chitimba liegt in Wassertiefen zwischen rund 20 und 25 Meter.

Ernährung

Cynotilapia sp. "elongatus chitimba" zählt zu den limnivoren Cichliden und ernährt sich vorwiegend von lockerem Material (Algen, Kieselalgen, Mikroorganismen, etc.), welches er im sedimentfreien Aufwuchs, entlang vertikaler Flächen, findet. Wie alle Arten des Elongatus-Komplexes frisst auch Cynotilapia sp. "elongatus chitimba"auf deutlich weniger effiziente Art und Weise als dies zum Beispiel die Tropheops- und viele Metriaclima (Maylandia) - Arten tun.

Er „schabt“ nicht, er „kämmt“ nicht und er kann auch nicht ganze Algenstränge aus dem Aufwuchs reissen, wie dies beispielsweise die Tropheops tun. Seine Art zu fressen ist eher als ein Zupfen und Herauspicken von lockerem Material aus den Algensträngen zu bezeichnen.

Immer wieder sammeln sich die Tiere in grösseren Gruppen, um im freien Wasser gemeinsam Plankton zu fressen.

Besonderheiten

Der Elongatus-Komplex umfasst eine grosse Zahl verschiedener Arten, deren Farbmuster den Metriaclima (Maylandia)-Arten (Zebra-Komplex) sehr ähneln, aber in der Regel einen länglicheren Körperbau als dieselben haben. Dieser schlankere Körper scheint eine Anpassung an das Leben in Höhlen und engen Spalten zu sein.

Die grosse Anzahl verschiedener Arten in diesem Komplex, hat Ad Konings bereits vor Jahren dazu veranlasst, diese in weitere, besser überschaubare Untergruppen zu unterteilen.

Hinweis:

Malawi-Guru benützt diese Unterteilung lediglich, um die Zuordnung der einzelnen Arten etwas zu vereinfachen, weist aber darauf hin, dass es sich bei den definierten Untergruppen um rein künstliche Konstrukte handelt, welche keine wirklichen Verwandtschaften aufzeigen.

>> Zebra-ähnliche Arten
>> Tropheops-ähnliche Arten
>> Gelbschwänzige Elongatus
>> Braune Elongatus-Gruppe

Zur Zebra-Gruppe zählen die meisten sehr länglichen Arten, welche durch ein endständiges Maul und eine sehr zurückgezogene Lebensweise auffallen.

Die Angehörigen der Tropheops-Gruppe weisen eine ähnliche Maulstruktur auf, wie sie bei Tropheops tropheops zu finden ist. Alle Tropheops-ähnlichen Arten sind viel weniger scheu und vor allem auch massiv weniger aggressiv als die Zebra-Arten. Sie haben in den meisten Fällen eine blaue Grundfarbe und sind schwarz gebändert. Das Verbreitungsgebiet dieser zweiten Gruppe beschränkt sich ausschliesslich auf die Ost- und die Südküste des Malawi-Sees.

Das Hauptmerkmal der gelbschwänzigen Elongatus-Gruppe wird bereits durch den Namen ersichtlich. Alle Angehörigen fallen durch kräftig gelb gefärbte Schwanzflossen auf und sind in deren Brutfärbungen nicht voneinander zu unterscheiden.Es besteht sogar die Annahme, dass alle dieser Gruppe zugeordneten „Populationen“ in Wahrheit einer einzigen Art angehören könnten. Die Gelbschwänze leben bevorzugt im klaren Wasser der sedimentreichen Felszone und fressen regelmässig Plankton im offenen Wasser.

Die vierte und letzte Gruppe, die braunen Elongatus, fällt durch eine permanent braune bis gelbbraune Grundfärbung auf. Die dieser Gruppe zugeordneten Arten bevorzugen das sedimentreiche Felsbiotop. Desweiteren sind inzwischen auch einige wenige Arten bekannt, die sich beim besten Willen keiner dieser vier Untergruppen zuordnen lassen und von Malawi-Guru bis auf weiteres als „Restgruppe“ bezeichnet werden.

An vielen Felsküsten können jeweils 2 Elongatus-Arten, sympatrisch lebend, beobachtet werden (es ist nur ein Standort bekannt, wo sich mehr als 2 Elongatus dasselbe Biotop teilen). Die Männchen solcher Arten differenzieren sich aber fast ausnahmslos durch eine deutliche Unterschiede in der Brutfärbung.

Cynotilapia sp. "elongatus chitimba" gehört zur Gruppe der Tropheops-ähnlichen Elongatus‘.

Wichtig:

Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) nicht in deren RedList geführt, weshalb keine Information zum aktuellen Gefährdungs-Status gegeben werden kann.

Cynotilapia sp elongatus chitimba web

Verhalten

Cynotilapia sp. "elongatus chitimba" lebt in einer recht grossen Population, schwimmt aber grundsätzlich alleine. Manchmal bildet die Art aber doch kleine Gruppen, jedoch nur für gemeinsame Ausflüge ins offene Wasser, wo die Tiere Plankton fressen.

Während die Weibchen, juvenilen und auch geschlechtsreifen Männchen von Sandsteinplatte zu Sandsteinplatte ziehen, um im Aufwuchs an den vertikalen (und somit sedimentfreien) Flächen nach fressbarem zu suchen, sind nur die paarungswilligen Männchen wirklich territorial. Sie besetzen Reviere zwischen den besagten Sandsteinplatten und graben kleine Tunnelnester darunter, welche sie sehr aggressiv gegenüber Artgenossen verteidigen. Es wird auch versucht, artfremden Tieren gegenüber Stirn zu bieten.

Jedes Weibchen, welches sich auf seinen Streifzügen einem solchen Territorium nähert, wird heftig angebalzt. Stösst das Männchen mit seinem Werben auf Interesse, geleitet er das Weibchen in sein Tunnelnest, wo dann kurze Zeit später abgelaicht wird. 
Maulbrütende Weibchen verstecken sich im Schatten der Sandsteinplatten in der Übergangszone, wo sie rund 3 Wochen später Ihren Nachwuchs auch freisetzen.

INFO:

Sehr oft werden innerartliche Aggressionen, vor allem unter den Männchen, beobachtet, was aber auf die hohe Populationsdichte und das Fehlen von genügend möglichen Brutrevieren zurück zu führen ist.

Cynotilapia sp elongatus chitimba 1

Cynotilapia sp elongatus chitimba 7

 Populationen

Cynotilapia sp. "elongatus chitimba" lebt absolut endemisch in einer einzigen Population in unmittelbarer Nähe eines kleinen Riffs in der Chitimba Bay.

>> Chitimba Bay

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium empfiehlt sich die Nachbildung/Gestaltung einer sedimentreicheren Übergangszone – steile Felsbarrieren mit einigen Höhlen dazwischen im Hintergrund (Rückzugsmöglichkeiten für schwächere Tiere) und ein von verstreut liegenden grossen, nicht zu hoch aufragenden, Sandsteinplateaus charakterisierter Vordergrund.

Der Bodengrund sollte mit möglichst feinem dunklem Sand realisiert werden. Ein solches Becken sollte so strukturiert sein, dass viele teilweise sichtgeschützte Zonen bestehen, wo territoriale Männchen ihre Brutreviere anlegen können. Es ist auf genügend freien Schwimmraum zu achten.

Grundsätzlich kann Cynotilapia sp. "elongatus chitimba" ab 400 Litern im Artenbecken gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von  mindeszens 140 Zentimeter gewährleistet wird, für eine Zusammensetzung mit anderen passenden Arten sollte dies nach oben erweitert werden. Bei einer Vergesellschaftung mit anderen Arten wäre ein Becken ab mindestens 500 Litern empfehlenswert (artübergreifende Aggressionen vor allem während des Brutgeschäfts).

Optimal wäre die Haltung in grösseren Harems (mindestens 1m/5-6w), was dem natürlichen, einzelgängerischen Wesen dieser Art entgegen käme und doch auch die gelegentliche Gruppenbildung ermöglichen würde. Natürlich sind auch kleinere Harems (z.Bsp. 1m/3-4w) möglich, was aber eher als Kompromiss anzusehen ist. Gruppen (z.Bsp. 3m/7w) sind ebenfalls denkbar, würden aber entsprechend grössere Becken voraussetzen, damit sich die grundsätzlich „alleine“ lebenden Tiere nicht zu stark in die Quere kommen.

Vergesellschaftung

Vergesellschaftet werden sollte Cynotilapia sp. elongatus "chitimba" nur mit durchsetzungsstarken Arten, welche ähnliche Ansprüche an das Habitat und die Ernährung stellen.

mögliche robuste, limnivore resp. Plankton fressende Mbuna der Übergangszone:

>> Metriaclima (Maylandia)-Arten
>> Pseudotropheus-Arten
>> Cynotilapia-Arten
>> Petrotilapia-Arten
>> Tropheops-Arten
>> Melanochromis-Arten

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von Cynotilapia sp. elongatus "chitimba" werden die Spektralfarben BLAU und GRÜN noch stark reflektiert. GELB befindet sich bei knapp über 15 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase, ORANGE schon ab 10 Metern  und ROT wird bereits total absorbiert.
Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GRÜN- und BLAU-, abgeschwächten GELB- und möglichst geringen bis keinen ORANGE-Anteilen.

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Autor.Silvan Hörnlimann/Florian Bandhauer

Bilder/Grafiken:Silvan Hörnlimann,Robert Hoffmann

   

 

 

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