Samstag 7 Dezember 2019
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Pseudotropheus sp. "elongatus mbako"

Verzeichnis zu den Cichliden des Malawisee

Lebensraum

Pseudotropheus sp. "elongatus mbako“ ist sehr stark an die Felsen gebunden, wobei diese aber in der sedimentfreien Fels- genauso wie auch in der sedimentreicheren Übergangszone liegen können.


Wassertiefe der Mbako-Habitate

Das Habitat des Elongatus mbako liegt in Wassertiefen zwischen rund 5 und 20 Meter.


Ernährung

Pseudotropheus sp. "elongatus mbako“ zählt zu den limnivoren Cichliden und ernährt sich vorwiegend von lockerem Material (Algen, Kieselalgen, Mikroorganismen, etc.), welches er im sedimentfreien Aufwuchs findet.

Dank seiner Tropheops-ähnlichen Maulstellung kann er in einer Stellung fast parallel zum Substrat zu fressen, weshalb ihm die Futtersuche in niedrigen Höhlen ermöglicht wird – eine klassische Nische, welche sich diese Art zu Nutzen macht.

Wie alle Arten des Elongatus-Komplexes frisst auch Ps. sp. "elongatus mbako“ auf deutlich weniger effiziente Art und Weise als dies zum Beispiel die Tropheops- und viele Metriaclima (Maylandia) - Arten tun. Er „schabt“ nicht, er „kämmt“ nicht und er kann auch nicht ganze Algenstränge aus dem Aufwuchs reissen, wie dies beispielsweise die Tropheops tun. Seine Art zu fressen ist eher als ein Zupfen und Herauspicken von lockerem Material aus den Algensträngen zu bezeichnen.

Oft frisst die hier beschriebene Art auch Plankton, welchen sie aus dem offenen Wasser, unmittelbar neben den Felsen, filtert.

Besonderheiten

Der Elongatus-Komplex umfasst eine grosse Zahl verschiedener Arten, deren Farbmuster den Metriaclima-Arten (Zebra-Komplex) sehr ähneln, aber in der Regel einen länglicheren Körperbau als dieselben haben. Dieser schlankere Körper scheint eine Anpassung an das Leben in Höhlen und engen Spalten zu sein.

Die grosse Anzahl verschiedener Arten in diesem Komplex, hat Ad Konings bereits vor Jahren dazu veranlasst, diese in weitere, besser überschaubare Untergruppen zu unterteilen.

Hinweis:

Malawi-Guru benützt diese Unterteilung lediglich, um die Zuordnung der einzelnen Arten etwas zu vereinfachen, weist aber darauf hin, dass es sich bei den definierten Untergruppen um rein künstliche Konstrukte handelt, welche keine wirklichen Verwandtschaften aufzeigen.

>> Zebra-ähnliche Arten
>> Tropheops-ähnliche Arten
>> Gelbschwänzige Elongatus
>> Braune Elongatus-Gruppe

Zur Zebra-Gruppe zählen die meisten sehr länglichen Arten, welche durch ein endständiges Maul und eine sehr zurückgezogene Lebensweise auffallen.

Die Angehörigen der Tropheops-Gruppe weisen eine ähnliche Maulstruktur auf, wie sie bei Tropheops tropheops zu finden ist. Alle Tropheops-ähnlichen Arten sind viel weniger scheu und vor allem auch massiv weniger aggressiv als die Zebra-Arten.

Sie haben in den meisten Fällen eine blaue Grundfarbe und sind schwarz gebändert. Das Verbreitungsgebiet dieser zweiten Gruppe beschränkt sich ausschliesslich auf die Ost- und die Südküste des Malawi-Sees.Das Hauptmerkmal der gelbschwänzigen Elongatus-Gruppe wird bereits durch den Namen ersichtlich. Alle Angehörigen fallen durch kräftig gelb gefärbte Schwanzflossen auf und sind in deren Brutfärbungen nicht voneinander zu unterscheiden.

Es besteht sogar die Annahme, dass alle dieser Gruppe zugeordneten „Populationen“ in Wahrheit einer einzigen Art angehören könnten. Die Gelbschwänze leben bevorzugt im klaren Wasser der sedimentreichen Felszone und fressen regelmässig Plankton im offenen Wasser.Die vierte und letzte Gruppe, die braunen Elongatus‘, fällt durch eine permanent braune bis gelbbraune Grundfärbung auf. Die dieser Gruppe zugeordneten Arten bevorzugen das sedimentreiche Felsbiotop.Desweiteren sind inzwischen auch einige wenige Arten bekannt, die sich beim besten Willen keiner dieser vier Untergruppen zuordnen lassen und von Malawi-Guru bis auf weiteres als „Restgruppe“ bezeichnet werden.

An vielen Felsküsten können jeweils 2 Elongatus-Arten, sympatrisch lebend, beobachtet werden (es ist nur ein Standort bekannt, wo sich mehr als 2 Elongatus dasselbe Biotop teilen). Die Männchen solcher Arten differenzieren sich aber fast ausnahmslos durch eine deutliche Unterschiede in der Brutfärbung.

Ps. sp. "elongatus mbako“ gehört zur Gruppe der Tropheops-ähnlichen Elongatus‘.

Wichtig:

Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) nicht in deren RedList geführt, weshalb keine Information zum aktuellen Gefährdungs-Status gegeben werden kann.

Verhalten

Ps. sp. "elongatus mbako“ ist fast ausschliesslich alleine unterwegs. Nur selten werden einige wenige Tiere beieinander gesehen, wie sie dem Plankton in Felsennähe nachstellen.Während die Weibchen, juvenilen und auch geschlechtsreifen Männchen von Felsblock zu Felsblock und von Spalte zu Spalte wandern, um im Aufwuchs in den niedrigen und unzugänglichen Höhen nach Fressbarem zu suchen, sind nur die paarungswilligen Männchen wirklich territorial. Sie besetzen kleine Höhlen zwischen den Felsen, welche sie sehr aggressiv gegenüber Artgenossen verteidigen.

Jedes Weibchen, welches sich auf seinen Streifzügen einem solchen Brutrevier nähert, wird heftig angebalzt. Stösst das Männchen mit seinem Werben auf Interesse, folgt ihm das Weibchen, bis dann kurze Zeit später immer in der verteidigten Höhle abgelaicht wird.

Maulbrütende Weibchen verstecken sich in engen Spalten zwischen den Felsen, wo sie rund 3 Wochen später Ihren Nachwuchs auch freisetzen.

 

Pseudotropheus sp elongatus mbako

Populationen

Pseudotropheus sp. "elongatus mbako“ lebt absolut endemisch in einer einzigen Population am Makulawe Point vor Likoma Island. Die Art kommt nur in einer kleinen Anzahl Individuen vor.

>> Likoma Island

Diese Stelle, hier bei Likoma Island, ist der einzige Ort im gesamten Malawisee, wo mehr als zwei Elongatus-Arten sympatrisch leben:

>> Pseudotropheus sp. „elongatus mbako“

>> Pseudotropheus sp. „elongatus ndumbi“

>> Pseudotropheus sp. „elongatus ornatus“

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium empfiehlt sich die Nachbildung/Gestaltung einer sedimentreicheren Felszone – steile Felsbarrieren mit vielen kleinen Höhlen dazwischen im Hintergrund (Rückzugsmöglichkeiten für schwächere Tiere) und ein von vielen verstreut liegenden, nicht zu hoch aufragenden, Felsbrocken charakterisierter Vordergrund.

Der Bodengrund sollte mit möglichst feinem dunklem Sand realisiert werden. Ein solches Becken sollte so strukturiert sein, dass viele sichtgeschützte Zonen und Höhlen bestehen, wo territoriale Böcke ihre Brutreviere anlegen können.

Grundsätzlich kann Ps. sp. "elongatus mbako“ ab 300 Litern im Artenbecken gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 120 Zentimeter gewährleistet wird, bei einer Zusammensetzung mit anderen Buntbarschen sollte die Beckengröße und Kantenlänge erweitert werden.

Bei einer Vergesellschaftung mit anderen Arten wäre ein Becken ab mindestens 400 Litern empfehlenswert (artübergreifende Aggressionen vor allem während des Brutgeschäfts).Erfahrene Malawisee Aquarianer können diese Art auch im Artenbecken ab 250 Liter pflegen. Optimal wäre die Haltung in Harems (mindestens 1m/3-4w), was dem natürlichen, einzelgängerischen Wesen dieser Art entgegen käme. Natürlich ist auch die Gruppen-Haltung (z.Bsp. 3m/7w) ebenfalls denkbar, wobei hier aber umso besser strukturierte Becken von Vorteil wären.

Vergesellschaftung

Vergesellschaftet werden sollte Pseudotropheus sp. "elongatus mbako“ nur mit durchsetzungsstarken Arten, welche ähnliche Ansprüche an das Habitat und die Ernährung stellen.

mögliche robuste, limnivore Mbuna der der sedimentreicheren Fels- und Übergangszone:

>> Metriaclima-Arten
>> Pseudotropheus-Arten
>> Cynotilapia-Arten
>> Petrotilapia-Arten
>> Tropheops-Arten
>> Melanochromis-Arten

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von Ps. sp. "elongatus mbako“ werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB noch stark reflektiert. ORANGE befindet sich bei knapp über 10 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase und ROT wird bereits total absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau- und Gelb-, sowie etwas abgeschwächten Orange-Anteilen.

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Autor:Silvan Hörnlimann/Florian Bandhauer

Bilder/Grafiken:Silvan Hörnlimann

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