Donnerstag 1 Dezember 2022
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Buntbarsche aus dem Malawisee und ihre Paarungszeit

 

Alle Fische quetschen sich in eine Ecke des Beckens und einer nimmt 80 % der gesamten Beckengröße in Anspruch, diese Erfahrung macht so mancher mit Malawisee Buntbarschen. Wir werden öfters angeschrieben zum Thema das ein einzelner Buntbarsch (Männchen) fast das ganze Becken für sich beansprucht, und etliche sind verzweifelt, oder können diese Situation nicht einschätzen. Eine Erklärung ist zwar einfach, aber nicht als Patentlösung anzusehen.

Wenn der normale Trieb eines Buntbarsches los legt und sich dieser mit seinen Weibchen paaren will, kommt es häufig vor das dieser alle anderen Fische aus diesem, seinem erwähltem Revier verdrängt. Dies ist meistens als normal zu betrachten und dauert im normal Fall 2-3 Tage kann aber mitunter auch länger gehen, danach löst dieser sein Territorialverhalten auf und alle Fische im Becken können sich wieder diesem Stein, Ecke oder Platz nähern.

Die meisten Utaka oder Nonmbuna zeigen dieses Verhalten nur während dieser Zeit, und besetzen eigentlich keine festen langfristigen Reviere, bei Mbuna sieht das ganze schon anders aus, die meisten Mbuna (nicht alle Arten) setzen feste Spalten oder Höhlen als Revier und verteidigen diese auch extrem. Labidochromis Arten wie z.b. der Labidochromis caeruelus yellow, besetzt keine festen Reviere, sondern streift immer umher und sucht sich zur Paarungszeit eine Spalte, oder Höhle wo er sich mit seinen Weibchen paart.

Was soll man den dann tun wenn ein Copadichromis z.b. seine Balz Zeit hat und alle anderen Fische in einen Teil des Aquariums verdrängt?

Sciaenochromis Fryeri Kampf 1

Grundsätzlich wäre es ratsam mit Sichtschutz zu arbeiten, damit man zumindest dem "Freier" die Sicht in Teilen wegnimmt und einigermaßen versperrt. Je nach Art und Größe der Art kann man als Basis die Größe eines "Pizzatellers" nehmen und sich dies vorstellen und sich den Platz in der Größe, dann als Tabuzone vorstellen. Für alle anderen Buntbarsch Arten im Becken. Ebenso wichtig und was wir auch immer wieder predigen, ist die Beckengröße, einen Copadichromis Borleyi "kadango"der im Aquarium z.b. gute 15 bis 16 cm Körpergröße erreichen kann, manchmal auch mehr, sollte man auch eine Mindestkantenlänge von nicht unter 250 cm geben, je mehr desto besser.

Dies sollte man sich vor dem Kauf der Tiere genau überlegen und ebenso die Art der Zusammestellung, welche Art paßt zusammen, welche Art nicht, solch einen recht großen Utaka kann man nicht in einem Aquarium pflegen, welches dem Tier nicht genügend Platz bietet, die Paarungszeit ist nur einer der Gründe. Ein Patentrezept gibt es eigentlich nicht, der eine Aquarianer von Malawisee Buntbarschen, pflegt einen Protomelas der absolut entspannt ist, der nächste Aquarianer pflegt die gleiche Gattung und hat einen kleinen Dikator im Becken.

Sciaenochromis Fryeri Kampf 3

Man sollte sich schon bei der Einrichtung des Malawisee Beckens Sichtschutz Zonen in dieses bauen, und die vielleicht vorprogrammierte Situation abzufedern. Die Tiere reagieren einfach "natürlich" in dieser Zeit der Paarungsphase und sind nicht absichtlich bösartig, manchmal sollte man sich zurück nehmen und der Natur ihren Lauf lassen, oftmals regelt sich das ganze von alleine und dann kehrt wieder die entspannte Ruhe im Malawi Becken ein.

Ich wurde schon gefragt, ob es nicht besser wäre den Tyrannen aus dem Becken zu entfernen, dazu kann ich nur sagen, der nächste wird 100% den Platz des alten irgendwann einnehmen, damit ist die Situation nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben!!!

Auch kam die Frage:

Soll ich das Männchen gegen einen anderen austauschen?.. dazu kann man nur sagen, ja klar kann man dies machen, es kann auch sein, das der neue ein Lamm ist, aber meistens sind die neuen im Aquarium sowieso in der Rangordnung die unsere Buntbarsche unter sich ausmachen an letzter Stelle, und wie bereits erwähnt, übernimmt dies eben ein anderer aus dem vorhandenem Bestand. Kann auch passieren das der neu gesetzte das Zepter direkt übernimmt.

Damit ist dann auch nichts gewonnen, ich stehe auf dem Standpunkt sich genausten vorher Gedanken zu machen, welche Arten man sich zusammen stellt. Die Beckengröße ist absolut entscheidend, ich sage immer ( Du willst dir ein 400 Liter Malawi-Becken einrichten???.....mach gleich 500 Liter daraus, wenn möglich ), oder aber suche zumindest die Arten genau aus die in diesem Becken leben sollen, überlege und informiere dich genau vorher, lass dir Zeit und ganz wichtig die richtige Beratung ist entscheidend. Eine Patentlösung für einen balzenden Malawi gibt es nicht, aber es gibt die Möglichkeit im Vorfeld einige Punkte zu beachten, und vorallem das Wissen warum dies so ist, wie es ist.

MALAWI GURU APP

Autor: Florian Bandhauer

Bilder: Holger Oelkers

  

 

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