Freitag 17 Januar 2020
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Legionellen im Aquarium

Stellen sie eine Gefahr dar?

Wir machen uns alle Gedanken über die richtigen Wasserwerte im Aquarium und wie man sie erhalten kann. So überwachen wir Temperatur, PH-Wert und alle weiteren Werte, die für das Wohl unserer Fische von Bedeutung sind.

Auch kontrollieren wir über den Nitrit-, den Nitrat- und den Ammoniumgehalt die richtigen Umgebungsparameter für unsere Schützlinge, aber was ist mit weiteren Mikroorganismen, die im Becken vorhanden sind?

Durch den Wasserwechsel werden über das Trinkwasser auch andere Bakterien in das Aquarium eingebracht, die nicht alle gern gesehen sind. Eine wichtige Gruppe dieser Bakterien stellen die Legionellen dar, welche über das Trinkwasser ins Becken gelangen können und für uns Menschen eine ernsthafte Bedrohung darstellen können. Der Haupterreger der berüchtigten Legionellose oder besser bekannt als Legionärskrankheit ist das Bakterium Legionella pneumomophila.

Das Bakterium fühlt sich in stehendem Wasser bei Temperaturen zwischen 18 und 50 Grad sowohl in Süss- als auch in Salzwasser wohl und da scheinen unsere Aquarien ein idealer Standort zu sein - mal abgesehen von reinen Kaltwasserbecken.

Doch eines vorweg: die Möglichkeit, sich durch das Aquariumwasser zu infizieren, ist sehr gering. Der Erreger muss über die Atemluft in unsere Lungen gelangen, um zu einer Infektion zu führen und selbst durch Trinken kann eine Erkrankung weitestgehend ausgeschlossen werden, sollte das Immunsystem intakt sein. Für Kleinkinder, immungeschwächte Individuen und ältere Menschen kann aber der Kontakt mit Tröpfchen die zum Beispiel durch Spritzer der Strömungspumpe in unsere Lungen gelangen, sehr wohl zu einer Infektion führen, die bei geschwächten Menschen mitunter bei über 70% der Betroffenen tödlich verlaufen kann.

Für unsere Fische stellt der Erreger keine Gefahr dar, denn Fische atmen bekannterweise über ihre Kiemen. Gleichzeitig aber wird eine mehr oder weniger hohe Belastung des Aquariumwassers nicht offensichtlich durch erkrankte Tiere.

Was kann man also tun, damit wir diese Gefährdung so weit wie möglich ausschliessen können?

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Wie eingangs erwähnt, bevorzugt der Erreger eine Wassertemperatur von 18 bis 50 Grad, optimale Bedingungen herrschen zwischen 36 und 43 Grad, damit sich der Erreger rasch vermehren kann. Dementsprechend liegt unser Hauptaugenmerk auf den Warmwasserleitungen unseres hausinternen Trinkwassersystems, und hier sind insbesondere die Stichleitungen gefährdet, welche nicht kontinuierlich durch eine regelmässige Entnahme an den Zapfstellen oder durch den Kreislauf einer Ringleitung im System durchspült werden.

Moderne Warmwasserbereitungsanlagen, deren Temperatur nicht kontinuierlich das Wasser über 60 oder 70 Grad halten, wie früher üblich, besitzen ein spezielles Programm, um einmal in der Woche das Wasser so stark zu erhitzen, dass die Erreger abgetötet werden.

In älteren Häusern jedoch kann auch eine Gefährdung von schlecht isolierten Kaltwasserleitungen ausgehen, die durch die Umgebungstemperatur auf über 20 Grad erwärmt werden. So sollte gerade bei Duschen, zum Beispiel in einem wenig genutzten Gästebad, der Wasserhahn ebenso mindestens einmal in der Woche für etwas 10 Minuten geöffnet werden und man sollte darauf achten, den Wassernebel nicht einzuatmen.

In jedem Falle gilt es, insbesondere bei wenig genutzten Anschlüssen, diese kräftig durchzuspülen, um eine Gefährdung weitestgehend auszuschliessen. Wer sein Aquarium etwa im Keller betreibt und lediglich den Wasserhahn zum wöchentlichen Wasserwechsel aufdreht, sollte hier das Wasser mehrere Minuten lang laufen lassen, bevor er das Wasser ins Becken leitet, was man sich gerade in den Sommermonaten zu Herzen nehmen sollte, wenn die Aussentemperaturen auch mal die 30-Gradmarke überschreiten.

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Autor: Jörg Weess

Bilder: Florian Bandhauer,Thomas Heinz

  

 

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